Pokémonfieber bricht wieder aus
Die Pokémon haben auch die Ebinger Innenstadt erobert. Hat man eines gefunden, muss man es mit sogenannten Pokebällen fangen.
Die Pokémon haben auch die Ebinger Innenstadt erobert. Hat man eines gefunden, muss man es mit sogenannten Pokebällen fangen. Foto: Benno Schlagenhauf
Die Pokémon haben auch die Ebinger Innenstadt erobert. Hat man eines gefunden, muss man es mit sogenannten Pokebällen fangen.
Die Pokémon haben auch die Ebinger Innenstadt erobert. Hat man eines gefunden, muss man es mit sogenannten Pokebällen fangen. Foto: Benno Schlagenhauf

Zollernalbkreis, 19.07.2016

mit interaktiver Karte

Pokémonfieber bricht wieder aus

Spieler gehen an öffentlichen Orten auf die Jagd nach virtuellen Monstern

Vor 20 Jahren eroberten die Pokémon – virtuelle Monster auf dem Game Boy – erstmals die deutschen Kinderzimmer. 20 Jahre später ist das Pokémonfieber erneut ausgebrochen. Ansteckender denn je.

Smartphone-Besitzer, die in ihr Display vertieft durch die Fußgängerzonen laufen: Dieser Anblick ist nicht neu. Dass sie dies nun aber in größeren organisierten Gruppen tun und dabei Begriffe wie „Pokéstop“, „Arena“ und „Lockmodul“ von sich geben schon. Grund für dieses Verhalten ist die Spiele-App Pokémon Go, die Fans weltweit in ihren Bann zieht.

Einer, der mit seinem Smartphone auf Pokémonjagd geht – ein sogenannter Pokémontrainer – ist Sven Rosenberg aus Balingen. Der 28-Jährige ist Fan der ersten Stunde und spielte bereits auf dem Game Boy mit der gelben Edition, die in Deutschland im Jahr 2000 erschien, mit Pokémon. Dass das Spiel ausschließlich etwas für Kinder sei, will Rosenberg nicht unterschreiben: „Ich habe eher die Beobachtung gemacht, dass die meisten Spieler über 20 sind“ – also ebenfalls Fans, die mit den Pokémon gewachsen sind.

Sven Rosenberg geht mit seiner französischen Bulldogge Teddy auf die Jagd nach digitalen Haustieren.
Sven Rosenberg geht mit seiner französischen Bulldogge Teddy auf die Jagd nach digitalen Haustieren. Foto: Benno Schlagenhauf

Am liebsten geht der Balinger, der in Schömberg arbeitet, in seiner Mittagspause am Stausee oder abends beim Gassigehen entlang der Eyach mit seiner französischen Bulldogge Teddy auf Pokémonjagd.

Sein Lieblingspokémon Sichlor – ein grünes Käferpokemon mit sichelartigen Krallen – hat er dabei jedoch noch nicht gefunden. Dafür hat er ganz neue Seiten seiner Heimat kennengelernt: „Vor Pokémon Go war ich noch nie auf dem Plettenberg.“ Dieses Versäumnis holte er nun nach, um dort die virtuellen Monster zu fangen. Und auch neue Leute hat Rosenberg durch die Spiele-App schon kennengelernt: „Ich war mit Kollegen beim Pokémon-Nightwalk in Stuttgart: In der Königsstraße waren bis tief in die Nacht über 100 Pokémontrainer unterwegs.“ Zum weiteren Austausch mit anderen Spielern hat Rosenberg eine Facebookgruppe gegründet, in der über das Spiel, Tipps und Tricks gesprochen wird.

Benjamin Fabian sucht in der Ebinger Innenstadt nach Pokémon.
Benjamin Fabian sucht in der Ebinger Innenstadt nach Pokémon. Foto: Benno Schlagenhauf

Auch der 26-jährige Christian Zinke und der 27-jährige Benjamin Fabian betreuen eine solche Gruppe, in der sich bevorzugt Albstädter Trainer austauschen können. Der Reiz des Spiels liegt für die beiden einerseits in den schönen Kindheitserinnerungen an die frühen Spiele auf dem Game Boy, als auch in der sozialen Komponente des Spiels: „Pokémon Go führt ganz unterschiedliche Gruppen zusammen und bringt sie auf einen Nenner“, erklärt der Ebinger Zinke und Fabian ergänzt: „Man lernt Leute kennen und spielt mit ihnen, denen man sonst wohl lieber aus dem Weg gegangen wäre.“

Das Spiel sei sowohl sozial förderlich als auch körperlich und kulturell: „Man muss für das Spiel rausgehen, sich bewegen und erfährt nebenbei etwas über seine Stadt“, erklärt Benjamin Fabian. Die sogenannten Pokéstops, an denen die Spieler sich wertvolle Ausrüstung abholen können, sind nämlich meist kleine Denkmale, Skulpturen oder markante Punkte der Stadt.

Fabian hält die Mitglieder der Facebookgruppe auch über Neuerungen rund um das Spiel auf dem Laufenden. Der Meßstetter mit japanischen Wurzeln recherchiert dazu auch in japanischen Internetforen und kennt Hintergrundinfos häufig lange vor anderen – schließlich kommen die Pokémon ursprünglich aus Japan. Die Kritik, die mittlerweile einige an dem Spiel äußern, sehen die beiden oft unbegründet. „Da gibt es Leute, die spotten dass durch Pokémon Go jetzt die ganzen Kellerkinder auch mal von ihren Rechnern loskommen“, sagt Zinke. „Solche Sprüche finde ich sehr schade.“

Dass das Spiel ein ungeheures Suchtpotenzial hat, streiten die beiden nicht ab: „Man muss sich da manchmal schon selber bremsen und zum Aufhören zwingen“, sagt Zinke „Aber das ist doch bei jedem Spiel so.“ Auch dass die Spieler nun in ihr Smartphone vertieft durch die Gegend laufen, sei nicht neu: „Das gab es schon vor Pokémon Go und sogar vor den Smartphones: Da waren es dann eben MP3-Player.“

 

Wir haben auf einer interaktiven Karte Pokéstops und Arenen im Zollernalbkreis markiert. Falls ihr weitere Pokéstops und Arenen kennt, könnt ihr sie hier in der Karte markieren oder uns eine kurze Mail schreiben, um uns weitere Orte zu nennen.

 

Digitale Schnitzeljagd – Die Pokémon verlassen die Kinderzimmer und erobern die Fußgängerzonen

Was sind Pokémon? Die Pokémon (kurz für : pocket monsters; zu deutsch Taschenmonster) sind Wesen, die vor 20 Jahren im gleichnamigen Spiel für den Game Boy erschienen. Ziel des Spiels ist es alle Pokémon zu fangen und sie zu trainieren, damit sie stärker werden, um mit ihnen Kämpfe auszutragen.

Was ist Pokémon Go? Im Gegensatz zu allen bisherigen Pokémjon-Spielen wird Pokémon Go nicht auf einer Spielkonsole, sondern auf dem Smartphone gespielt. Die Spieler müssen ihr Zuhause verlassen und auf eine digitale Schnitzeljagd gehen, um die Pokémon, die sich überall verstecken, zu finden.

Was ist Augmented Reality? Bei Pokémon Go verschwimmen die Grenzen zwischen Videospiel und Realität. Die Pokémon erscheinen zwar auf dem Smartphonebildschirm, werden aber über die Kamerafunktion in die reale Umgebung eingefügt. Man spricht von Augmented Reality – zu deutsch: erhöhte Realität.

Interaktive Karte Für angehende Pokemontrainer haben wir auf www.zak.de/pokemon eine interaktive Karte erstellt. Auf dieser Karte haben wir Pokéstops und Arenen im Zollernalbkreis markiert. Wer weitere Arenen und Pokéstops kennt, kann die Karte ergänzen. 

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