Eine trügerische Idylle?
Idylle pur bietet sich dem Wanderer oder Mountainbiker am Waldhausbachweiher zwischen Hausen am Tann und dem Plettenberg. Eine Hochwasserbewährungsprobe hat es am Biotop seit seiner zusätzlichen Bewässerung durch Plettenbergseewasser aber noch nicht gegeben.
Idylle pur bietet sich dem Wanderer oder Mountainbiker am Waldhausbachweiher zwischen Hausen am Tann und dem Plettenberg. Eine Hochwasserbewährungsprobe hat es am Biotop seit seiner zusätzlichen Bewässerung durch Plettenbergseewasser aber noch nicht gegeben. Foto: Klaus Irion
Idylle pur bietet sich dem Wanderer oder Mountainbiker am Waldhausbachweiher zwischen Hausen am Tann und dem Plettenberg. Eine Hochwasserbewährungsprobe hat es am Biotop seit seiner zusätzlichen Bewässerung durch Plettenbergseewasser aber noch nicht gegeben.
Idylle pur bietet sich dem Wanderer oder Mountainbiker am Waldhausbachweiher zwischen Hausen am Tann und dem Plettenberg. Eine Hochwasserbewährungsprobe hat es am Biotop seit seiner zusätzlichen Bewässerung durch Plettenbergseewasser aber noch nicht gegeben. Foto: Klaus Irion

Hausen/Ratshausen, 09.07.2016

Arbeiten für Plettenbergwasserabfluss über Waldhausbach vor Vollendung

Eine trügerische Idylle?

Die Idylle am Waldhausbachweiher bei Hausen am Tann ist zurück. Ob der sanierte Damm hält, was er verspricht, wird sich zeigen, wenn wieder einmal Wassermassen vom Plettenberg herunterrauschen.

von Klaus Irion  

Was für eine Ruhe, was für eine Idylle. Geradezu lieblich schlängelt sich dieser Tage der Waldhausbach von Plettenbergs Höhen hinunter gen Hausen am Tann, wo er in die Schlichem mündet. Doch das für gewöhnlich kleine Gewässer kann auch anders. Das hat es in der Vergangenheit schon mehrfach unter Beweis gestellt. Die Hausener Bachanrainer können ein Hochwasserlied davon singen.

Entsprechend groß war die Furcht, als das Unternehmen Holcim vor einiger Zeit verkündete, Wasser aus den beim Abbau entstandenen Plettenbergseen kontrolliert über den Waldhausbach ins Tal abfließen zu lassen. Eine zusätzliche Hochwassergefahr war das Letzte, was die Hausener wollten. Aber auch bei Holcim wusste man um deren Sorgen und plante entsprechende Sicherheitsmaßnahmen. So wurde mitten im Wald, auf halber Strecke zwischen Hausen und dem Plettenberg, ein maroder Damm, der einst das Wasser für einen Badeweiher aufstaute, neu aufgeschüttet.

Der mächtige Durchlass unter dem sanierten Damm führt dieser Tage Niedrigwasser. Doch das kann sich bekanntlich rasend schnell ändern.
Der mächtige Durchlass unter dem sanierten Damm führt dieser Tage Niedrigwasser. Doch das kann sich bekanntlich rasend schnell ändern.

 

Zum Baden ist das inzwischen wieder entstandene Gewässer zwar nicht mehr geeignet – und es war auch von Anfang an nicht erwünscht –, dafür aber hat sich inzwischen ein wunderschönes Biotop entwickelt. Der gedrosselte Abfluss des Wassers aus dem Waldhhausbach-Biotop verläuft durch eine große Röhre unter dem Damm hindurch. Laut Holcim-Mitarbeiterin Carolin Buchholz sind die Arbeiten dort abgeschlossen. Anders sieht es noch an der Hangkante des Plettenbergs aus. „An der Wasserableitung aus dem Bruch, sind noch Restarbeiten wie beispielsweise die Modellierung des Auslaufs, durchzuführen“, so Buchholz.

Inzwischen können Wanderer und Mountainbiker den Weiher von Hausen her wieder problemlos erreichen. Vor knapp einem Jahr hatte dort in Folge eines Unwetters ein Erdrutsch den Weg vorübergehend versperrt.

Apropos Erdrutsch. Unweit entfernt, direkt an der Gemarkungsgrenze von Hausen und Ratshausen beim Steilaufstieg auf den Plettenberg, waren im März 2013 im Bereich des Plettenkellers Hunderte Kubikmeter Geröll den Hang hinuntergestürzt. Glücklicherweise wurde seinerzeit niemand verletzt. Ein dortiger, breiter Waldweg war jedoch fortan unpassierbar, weil auf rund 20 Meter Breite und zehn Meter Höhe mit Geröll und Bäumen übersät. Das ist auch heute noch der Fall und wird so bleiben.

„Wir hatten gedacht, die Bergwacht könnte den Weg freiräumen, so wie sie es auch an anderen Stellen schon getan hatte“, erläutert der Bürgermeister beider Gemeinden, Heiko Lebherz. Es habe sich aber gezeigt, dass hierfür schweres, hydraulisches Gerät vonnöten ist. Das müsste laut Lebherz eine Spezialfirma übernehmen. „Aber die wahrscheinlichen Kosten von 150.000 Euro sind uns einfach zu hoch, wir lassen den Weg nun eben wie er ist.“

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Hochwasser, Plettenbergabbau.

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