25.06.2016

Leserbrief

Der Turm wird in Zukunft vor sich hin vegetieren

 

Im Herbst letzten Jahres wurde in der Presse umfangreich auf die Missstände um den Fernmeldeturm auf dem Plettenberg hingewiesen. Im dortigen Naturschutzgebiet sieht es aus, wie bei „Hempels unter dem Sofa“. Der einst zum Schutz und Zutrittsverhinderung angebrachte Holzzaun mit Stacheldraht ist vielfach eingestürzt, liegt wild herum und verrottet. Es mahnt das Schild „Zutritt verboten – Lebensgefahr bei Einbruch vom Turm“

Dieser Zustand ist den Verantwortlichen, von Gemeinde als Eigentümer des Geländes, Landratsamt als Genehmigungs- und Naturschutzbehörde, sowie der Deutschen Funkturm GmbH als Betreiber, seit mehr als zwei Jahren bekannt. In mehreren Anläufen wurden alle darauf hingewiesen. Seitens der Gemeinde wurde mir erklärt, dass sie nichts unternehmen werden. Und wenn es mich stört, dann soll ich halt selber aufräumen. Soviel ist zu diesem Versuch zu sagen.

Das Bauamt des Landratsamtes hat mir schriftlich mitgeteilt, dass die Betreiberfirma entsprechend informiert wird. Nach nunmehr acht Monaten sieht es immer noch gleich aus.

Der Betrieb des Funkturmes ist weitgehend eingestellt. Es kümmert offenbar niemand mehr, was dort und damit geschieht. Der Turm, der weit hinaus ins Land als schönes Orientierungsobjekt sichtbar ist, wird für die Zukunft vor sich hin vegetieren. „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan.“ Die beschriebenen und zu schützenden Gefahren werden jedoch weiter bestehen. Sie haben mit dem aktiven Betrieb des Turmes nichts zu tun.

Da nützt es auch nichts, wenn Gemeinde, Landratsamt und Holcim zusammen für Interessiert eine neue Aussichtsplattform unweit des Turmes anbringen wollen, wo man die ganzen Machenschaften den Bürgern nahe bringen will. Die Altlasten beim Turm bleiben unbearbeitet.

Ich werde bei meinen künftigen Wanderungen die Unordnung weiterhin zur Kenntnis nehmen und über die schmerzlichen Veränderung des einst so schönen Plettenberges trauern. Mein Herz hängt an diesem Berg. Ich habe mich vielfach und lange um den Plettenberg bemüht. Es tut an entsprechender Stelle weh, wenn man die teilweise schamlose Nutzung und Ausbeutung des Berges verfolgen muss.

Ich kann ihnen nur empfehlen, schaut euch die Tatsachen auf dem Berg selbst an und bildet euch eine eigene Meinung. Allen Bürgern sei zudem gesagt, dass Behörden beim Normalbürger mit Auflagen und Vorschriften vielfach nicht zimperlich sind. Bei Plettenberg gelten aus welchen Gründen auch immer andere Regeln, man hält sich zurück, verschweigt und stellt sich nichts sehend und wissend.

Günter Schäfer
Joh.-Seb.-Bach Str. 15
Dotternhausen

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
counter