Zollernalbkreis, 17.06.2016

IHK-Konjunkturklimaindex legt zu: Die Wirtschaft brummt

Brexit würde zum Problem

Die Wirtschaft in der Region läuft weiter rund. Der IHK-Konjunkturklimaindex legt auf hohem Niveau noch einmal leicht zu. Das berichtet die Industrie- und Handelskammer aus Reutlingen.

von IHK-Pressemitteilung  

„Unsere mittelständische Firmenstruktur macht sich bezahlt. Die zahlreichen Krisenherde in der Welt wirken sich regional derzeit nicht spürbar aus“, sagt IHK-Präsident Christian O. Erbe.

Der regionale IHK-Konjunkturklimaindex steigt aktuell auf 136 Punkte und erreicht damit den vierthöchsten Wert in 15 Jahren. Der Index, der Lage und Erwartungen der heimischen Unternehmen abbildet, lag zuvor dreimal in Folge bei 135 Punkten. Er steht damit sowohl über der 100-Punkte-Marke, die den Durchschnitt markiert, als auch über dem langjährigen Mittel von 114 Punkten. Ein zentraler Grund ist aus Sicht von Erbe die eher klein- und mittelgroß strukturierten Unternehmen. „Die meisten Betriebe sind breit aufgestellt und können derzeit Schwächen in einzelnen Märkten oftmals durch andere kompensieren“, so Erbe.

Vor allem beim Ausblick gehen die Werte leicht nach oben. 34 Prozent der Unternehmer erwarten für die kommenden Monate eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Anfang des Jahres waren es noch drei Prozentpunkte weniger gewesen. Der Anteil der Pessimisten liegt quasi unverändert bei rund neun Prozent. Der Ausblick wird auch von den Exportaussichten gestützt. 39 Prozent erwarten einen weiteren Anstieg im Außenhandel. Mehr als die Hälfte geht von gleichbleibenden Geschäften im Ausland aus. „Natürlich schauen die Exportfirmen auf die Abstimmung in Großbritannien. Ein negatives Votum würde dem Außenhandel sicher einen Dämpfer geben“, kommentiert der IHK-Präsident.

Die Einschätzung der aktuellen Lage bleibt auf hohem Niveau nahezu unverändert. So betrachtet immer noch mehr als die Hälfte der Unternehmen ihre Lage als gut. 43 Prozent der Befragten sind zufrieden. Nur leicht schwächer stellt sich die Umsatzsituation dar. 41 Prozent, drei Prozentpunkte weniger als im Januar, verzeichnen steigende Umsatzzahlen. Ein Auftragsplus vermelden 37 Prozent der Befragten.

Das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung sehen die Firmen in der Region in der Wirtschaftspolitik der Regierung sowie in steigenden Arbeitskosten. Beide Punkte werden von 44 Prozent der Unternehmen mit Sorge betrachtet. Mit etwas Abstand dahinter kommt mit 35 Prozent der Fachkräftemangel. Er lag noch im Januar in der Einschätzung der regionalen Firmen auf Rang eins. Deutlich zugenommen hat mittlerweile die Sorge um die Entwicklung der Inlandsnachfrage. 28 Prozent der Unternehmen sehen diese als problematisch, fast dreimal so viele wie vor vier Monaten.

 

Die Konjunkturumfrage der IHK

Beteiligte An der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Reutlingen hat sich eine repräsentative Auswahl von 379 Unternehmen aus der ganzen Region beteiligt.

Branchen Mit dabei waren Unternehmen aus den Branchen Industrie und Bau (160), Groß- und Einzelhandel (94) sowie dem Dienstleistungssektor (125), darunter unter anderem auch Hotel- und Gaststättengewerbe, beteiligt.

Zeitspanne Die Umfrage der IHK lief bis zum 22. April 2016.

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