Im Verfahren machtlos?
Der Steinbruch auf dem Plettenberg liegt immer noch im Naturschutzgebiet „Großer Heuberg“.
Der Steinbruch auf dem Plettenberg liegt immer noch im Naturschutzgebiet „Großer Heuberg“. Foto: Siegfried Seeburger
Der Steinbruch auf dem Plettenberg liegt immer noch im Naturschutzgebiet „Großer Heuberg“.
Der Steinbruch auf dem Plettenberg liegt immer noch im Naturschutzgebiet „Großer Heuberg“. Foto: Siegfried Seeburger

Dotternhausen, 09.06.2016

Plettenberg soll aus Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden

Wieder ist das Thema Plettenberg im Fokus des Gemeinderats: der Kalksteinbruch soll aus dem Landschaftsschutzgebiet „Großer Heuberg“ herausgenommen werden, damit weiter abgebaut werden kann.

In der Sitzung des Dotternhausener Gemeinderat stand die Änderung des Landschaftsschutzgebiets „Großer Heuberg“ auf der Tagesordnung. Damit rückte der Kalksteinbruch auf dem Plettenberg erneut in den Fokus der Diskussion.

Bürgermeisterin Monique Adrian stellte den bisherigen Verfahrenablauf ausführlich dar. Sie besonders den Schutzzweck der bereits 1984 erlassenen Verordnung: „Die Erhaltung und Pflege der Landschaft, die Dank ihres einmaligen Reliefs, ihrer typischen Oberflächenstruktur und der relativ geringen Bevölkerungsdichte ein äußerst abwechslungsreiches Bild seltener Vielfalt und Schönheit aufweist ... mit bemerkenswerter Vegetation und Fauna...“

Demnach ist auf einer Fläche von 14 990 Hektar, also von Schömberg bis Meßstetten, der Abbau und die Entnahme von Steinen verboten. Die Nutzungen seien jedoch möglich, wenn die untere Naturschutzbehörde die Herausnahme von Flächen erteile, so die Aussage Moniques.

In der Verordnung des Landratsamtes gilt die Aufmerksamkeit vor allem dem Albtrauf und dem Plettenberg.

Der Regionalverband beantragte, den Plettenberg aus dem Landschaftsschutzgebiet „Großer Heuberg“ herauszunehmen – „Zur Sicherung von Rohstoffen“, heißt es in der Sitzung.

Die Gemeinde habe zwar zur laufenden Regionalplanänderung bereits Stellung genommen, nicht aber zur geplanten Herausnahme des Kalksteinbruchs und der Süderweiterung aus dem Landschaftsschutzgebiet „Großer Heuberg“. Offensichtlich ist bisher der Kalksteinbruch betrieben worden, ohne dass die bereits abgebaute Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen worden ist.

Gemeinderätin Elisabeth Menholz wies darauf hin, dass Holcim die Grenzen für die Süderweiterung ohne Rücksprache mit der Gemeinde festlegte. Die Bevölkerung und der Gemeinderat seien erst durch einen Artikel in der Presse über das Ausmaß unterrichtet und überrascht worden. Die Gemeinderätin fordert, dass die Gemeindeverwaltung unter Beteiligung des Gemeinderates unverzüglich mit der Firma Holcim Verhandlungen über den endgültigen Grenzverlauf der Süderweiterung aufnehmen solle. Erst nach Klärung dieses wichtigen Punktes, seien Stellungnahmen der Gemeinde zu Gutachten und Anträgen vertretbar.

Bürgermeisterin Monique Adrian betonte daraufhin, dass es sich lediglich um eine Anhörung handle. Gemeinderatsmitglieder Karl Haller stellte klar, dass die Herausnahme des Plettenbergs aus dem Landschaftsschutzgebiet „Großer Heuberg“ für die Gemeinde ein riesiger Schritt sei und schlug vor, die Angelegenheit in einer Klausur zu beraten. Seiner Meinung nach seien dafür exakte Informationen und die Gutachtenergebnisse notwendig.

Gemeinderat Dieter Uttenweiler stellte resigniert fest: „Wir sind in dem Verfahren offensichtlich machtlos“. Die Öffentlichkeit mache Druck, warf Karl Haller ein: „Nach dem Motto: Freie Fahrt dem Kalkstein und nicht der Natur“. Er regte an, sich bei einer weiteren Ortsbesichtigung die Grenzen der Süderweiterung zeigen zu lassen.

Das Ratsgremium beauftragte die Dotternhausens Verwaltung, für die Stellungnahme eine Fristverlängerung zu beantragen und das Ganze alsbald in einer Klausur zu beraten.

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Plettenbergabbau.

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