16.04.2016

Leserbrief

Wo bleibt eigentlich die Hilfe vom Schwäbischen Albverein?

 

Wegen Salamandern verzögert sich der Umbau des Stuttgarter Bahnhofs um Monate. Erfreulich für die Naturschützer in Stuttgart. Ebenso erfreulich wäre es, wenn die auf der roten Liste aufgeführten Tierarten auf dem Plettenberg bei der Süderweiterung und den Gutachten auch berücksichtigt werden. Da sollte sich die Firma Holcim mal eine Scheibe abschneiden. Da nimmt doch die Bahn mehrere Millionen für die Umsiedlung von Salamandern in die Hand.

Man kann, für die Anwohner und alle Beteiligten, nur hoffen das die Umstellung von 60 auf 100 Prozent Ersatzbrennstoffe von den zuständigen Behörden, nicht genehmigt wird. Wenn dann bis in zehn Jahren der letzte Stein vom Plettenberg zu Zement verarbeitet wurde, wird das dann vielleicht doch noch was mit einem Luftkurort in Dotternhausen. Wer diesen abartig rasanten Abbau über die vergangenen Monate begleitet hat, ist sich ziemlich sicher, dass es nicht bis 2055 dauert.

Derzeit arbeitet, laut Werksleiter Schillo, eine Studentengruppe daran, wie Gestein von der Deilinger Seite auf den Plettenberg befördert werden kann. Die Frage ist, wird’s eine Seilbahn oder eher ein riesiges Förderband? Über eventuelle Lärmbelästigung sollte sich heute aber der Touristikverband auch noch keine allzu großen Sorgen machen, Holcim hat auch hierfür sicher die richtigen Antworten schon parat. Eines Tages wird dann aber doch, in erster Linie die Bevölkerung von Deilingen, Ratshausen und Hausen aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt, wenn Sprengungen durchgeführt werden.

Wo bleibt eigentlich die Hilfe vom ach so guten Albverein? Besichtigt dieser bei einer Zugausfahrt am 5. Juni ein Naturschutzgebiet, die Wernauer Baggerseen, um sich Inspirationen für Bergseen einzuholen? Warum schaut der Albverein tatenlos zu, wie der Plettenberg abgetragen wird? Handelt es sich bei der Plettenberghütte nicht um die Hütte vom Albverein? Glauben die im Ernst, dass, wenn bis 30 Meter vor ihrer Hütte gesprengt wird, dies keine Auswirkungen hätte? Oder ist es schlicht Gleichgültigkeit?

Ebenso war ich der Meinung, der Albverein unterstütze Natur und nicht deren Zerstörung. Sitzen hier Albverein, Bürgermeisterin, Gemeinderäte und Holcim alle an einem Tisch? Macht nichts, die negativen Auswirkungen dürfen hauptsächlich die anderen ausbaden. Hauptsache, für Holcim ist im Moment die Süderweiterung so schnell wie möglich durchzubringen.

Ich hoffe, dass die Ämter bemerkt haben, dass sich eine Bürgerinitiative gegründet hat, die Veränderungen genau beäugt. So auch eine Renaturierung, die keine ist. Genau so wenig kann man uns erzählen, dass auf der Abbausohle eines Tages wieder die Heide blüht.

Roland Eppler
Mitglied der Bürgerinitiative
Pro Plettenberg
Vor Tannen 14, Spaichingen

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