08.03.2016

Leserbrief

„Ein hohler Zahn“, der Schweizer Konzern geopfert wird

 

Vor kurzem wurde die Schwäbische Alb unter den Schutz der Unesco gestellt. Wie kann es dann sein, dass der Plettenberg seit 70 Jahren der Zerstörung durch die Zementindustrie preis gegeben wird? Seit 2004 wird die Zerstörung mit dreifacher Abbaugeschwindigkeit voran getrieben. Ausschließlich dem Gewinnstreben und auch zum großen Teil der Baustoffversorgung der Schweiz geopfert. Gilt es doch die Schweizer Natur zu hegen und pflegen, von der Luftverschmutzung ganz zu schweigen, auch dürfen sich die Schweizer freuen, dass deren Zement mit veralteten Luftreinhaltungsanlagen bei uns gebrannt wird.

Gerüchten zufolge wird auch ein großer Teil des Mülls aus der Schweiz angeliefert, um den Drehofen in Dotternhausen zu befeuern. Wenn dem so ist, können sich die Schweizer doppelt freuen, deren Müllentsorgung und Baustoffversorgung zu Lasten der Deutschen geht. Wen wundert es? Der Flugverkehr aus Zürich fliegt auch zum Hauptteil über Deutschland ein, so haben die Millionäre am Zürichsee, der so genannten Goldküste, ihre Ruhe vor dem eigenen Flugverkehr.

Zurück zum Plettenberg. Bis auf die Randsilhouette, die Richtung Tieringen und Hausen am Tann vollständig abgebaut wird, bleibt der Berg für immer geschändet und zerstört. Ein hohler Zahn, dem Erosion, Hochwasser sowie Sprengerschütterungen vollends den Rest geben werden. Die Gefahr, dass früher oder später die Randsilhouette zu Tal stürzen wird, besteht.

Wie kann es sein, dass dieser Berg von Bügervertretern, Kreisräten und den Mitgliedern des Regionalverbandes so bereitwillig dem schweizerischen Holcim-Konzern geopfert wird? Welchen Grund haben die Entscheider unsere Heimat zu opfern? Die paar Arbeitsplätze, 240 sind es bei Holcim; von zirka 61 000 im Kreis, mehr als 184 000 Bürger haben unter den Folgen zu leiden, wenn man nur den Zollernalbkreis betrachtet. Außerdem wirken die zirka 4000 Tonnen pro Jahr an Luftschadstoffen weit über die Kreisgrenzen hinaus.

In einem Bittbrief um Hilfe haben wir uns an folgenden Personen gewandt: Unesco-Präsidentin Dr. Verena Metze-Mangold, die Vizepräsidenten Prof. Dr. Christoph Wulf und Prof. Dr. Hartwig Lüdtke, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Landrat Klaus Pavel, an die Damen und Herren des Geopark Schwäbische Alb und an weitere Landräte und Politiker in Baden-Württemberg.

Wenn es schon den eigenen Landrat nicht interessiert, was der Holcim-Konzern mit unserer Heimat macht, müssen wir die Hilfe von anderen ersuchen. Von den Hunderten Bürgervertretern aus dem Zollernalbkreis wird die BI Pro-Plettenberg nur von den Gemeinden Hausen a.T. und Ratshausen unterstützt. Die anderen scheint unsere Heimat nicht zu interessieren.

Martin Stussak
Sprecher BI Pro-Plettenberg
Römerweg 2, Schömberg

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
counter