13.01.2016

Leserbrief

Holcim zeigt sein wahres Gesicht

 

Mit welcher Selbstverständlichkeit Holcim keinerlei Rücksicht auf christliche Feiertage nimmt, wissen wir seit Ostern und Weihnachten, auch dort musste Gestank, Lärm und Dreck ertragen werden. Vollendete Tatsachen eben.

Ohne Rücksicht auf die geltenden Verträge sagt man: „Auf dem Plettenberg ist alles rekultiviert“. Nun, wenn man die alten geltenden Verträge mit dem jämmerlichen Rekultivierungsversuch vergleicht, scheint es, dass hier jemand an Realitätsverlust leidet. Nach dem Abbau soll der Eingriff in die Natur nicht mehr sichtbar sein, so der Vertrag von 1977. Im stillgelegten Steinbruch in Reckingen/Musital in der Schweiz trifft dies auch zu. Wenige Jahre nach dem Abbau ist der Steinbruch einer Naturlandschaft gewichen, künstlich mit den Finanzen von Holcim geschaffen.

Holcim ist gesprächsbereit - gerne sprechen wir, die BI über folgende Themen:

Über ein Abbauende an den bisherigen Grenzen und keinen Meter weiter auf dem Plettenberg. Denn das Werk könnte trotzdem weiter laufen. Wenn man gewinnbringend, tausende Tonnen von gebranntem Schiefer in die Schweiz zur Weiterverarbeitung bringt, dann kann man auch gewinnbringend bei der Rückfahrt Kalkgestein aus der Schweiz nach Dotternhausen bringen.

Wenn wir schon über die Schweiz reden, warum sind hier nicht die gleichen Entgiftungsanlagen eingebaut wie in Schweizer Holcim Werken? Filter, die giftiges Schwermetall, Dioxine und Furane zurückhalten sollte Holcim auch hier einbauen, zumindest wenn sie sich für einen verantwortungsvollen Zementhersteller halten. Apropos verantwortungsvolle Zementhersteller wie Lafarge, Heidelberger und PZW Rohrdorf, vorbildliche Unternehmen die bis zu 60 Millionen Euro in moderne Katalysatoren investiert haben. Gleichzeitig spricht Holcim von Ertüchtigung der SNCR-Anlage im Umweltbericht 2014 und investiert 500 000 Euro in eine fast 15 Jahre alte Anlage, die noch unter Rohrbach eingebaut wurde. Diese Technik wurde bereits 1994 in dem Schweizer Werk Siggenthal eingebaut.

Gesprächsbereit ist die BI, aber nur wenn wir über vollständige Rekultivierung auf dem Plettenberg, über zeitgemäßen Umweltschutz, schonendem Umgang mit den Ressourcen und auch über Entschädigungen an beschädigten Häusern sprechen können. Hier gilt es mehr, als einen Betriebsleiter zur Sitzung zu schicken.

Gerne kommen wir auch in die Schweizer Konzernzentrale, wenn den Holcim-Managern unsere Luft hier zu schmutzig ist, auch wenn der Dreck aus dem eigenen Laden kommt.

Martin Stussak
Sprecher BI Pro-Plettenberg
Römerweg 2, Schömberg

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