22.12.2015

Leserbrief

Wieso eigentlich eine Plattform?

 

Die Gemeinde Dotternhausen beabsichtigt im Jahr 2016 zusammen mit der Firma Holcim, eine Aussichtsplattform auf der Nordwestseite des Steinbruchs auf dem Plettenberg zu erstellen. Diese Plattform soll den Touristen und Wanderern, die die Natur genießen wollen, einen Einblick in das Abbaugebiet und die Renaturierung auf dem Plettenberg geben.

Es stellt sich mir die Frage: Ist so eine Plattform notwendig? Eine von Menschen mit wirtschaftlicher Gewinnorientierung zerstörte Natur soll eine Sehenswürdigkeit sein, die es sich anzuschauen lohnt? Eine Rekultivierung, die es nicht einmal verdient, diesen Namen zu tragen, soll dem Besucher auf dem Plettenberg zeigen, wie sich die Verantwortlichen eine Renaturierung vorstellen? Für solche Aussichten bedarf es keiner Plattform, sondern Maßnahmen, die zerstörte Natur wieder in geordneten Verhältnissen herzurichten, damit sich Flora und Fauna in ihrem bisherigen Lebensraum wieder entwickeln können. Wie es in der Regionalplanänderung 2013 vorgeschlagen wird, soll ein Gebiet im Nordwesten von etwa sieben Hektar Fläche, auf dem auch die Plattform erstellt werden soll, aus dem Abbaugebiet entnommen werden.

Wird dieser Vorschlag der Regionalplanänderung umgesetzt, tritt nach meinen bisherigen Recherchen die im Abbauvertrag von 1982 im Absatz 5.2.8 hinterlegte Klausel in Kraft. In diesem Absatz heißt es, der freie Zutritt zum Bruchgelände sei nach Abbau und Rekultivierung der Allgemeinheit uneingeschränkt zu gewährleisten. Die Mitbürger haben dann das Recht, das Gelände zu betreten, um sich die rekultivierte Natur aus der Nähe anzuschauen. Wieso dann eine Plattform?

Dietmar Walter
Schömbergerstraße 35,
Ratshausen

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