19.12.2015

Leserbrief

Die Sache stinkt zum Himmel

 

Wie schon im Steinbruch bei Schelklingen, ist die AGLN Dr. Tränkle auch als Gutachter und Rekultivierer in dem Plettenbergsteinbruch bei Dotternhausen gefragt. Hier allerdings hat die BI Pro-Plettenberg größte Bedenken, wenn der Gutachter und Rekultivierer aus einem Haus kommt, das dann auch noch vom Zementhersteller selbst ausgesucht wird. Fällt das Gutachten positiv für die Natur aus, ist der Rekultivierer schon arbeitslos. Nun fühlt sich die BI in ihren Bedenken bestätigt, die sie auch schon der verantwortlichen Behörde dem Landratsamt Balingen mitgeteilt hat. Das Naturschutzbüro Zollernalb fällt ein klares Urteil über die Bestandsaufnahme auf dem Plettenberg, als auch über das abschließende Fachgutachten der AGLN Dr. Tränkle zur Regionalplanänderung. Laut der gemeinsamen Stellungnahme der Naturschutzverbände NABU, BUND, Schwäbischer Albverein und TV „Die Naturfreunde“ in Absprache mit dem UNV ergibt sich folgende Schlussfolgerungen:

Warum sich das Gutachten auf Erhebungsdaten (Pflanzen und Lebewesen) aus dem Jahr 2010 stützt und dass viele Arten aus der Roten Liste nicht bewertet wurden, ist nicht nachvollziehbar. Auch dass die sieben Hektar Rekultivierungsfläche doppelt zählt. Denn in den letzten 40 Jahren des Abbaus wurde die geplante Rekultivierung nicht umgesetzt und jetzt soll die gleiche Ausgleichsfläche für weitere circa 20 Hektar Zerstörung ausreichend sein? Nicht zuletzt wird auch die Methode zur Erfassung von Pflanzen und Lebewesen in Frage gestellt.

Nicht klar ist, ob alle Jahreszeiten betrachtet wurden. Indirekte Beeinträchtigungen in den Steilwänden des Plettenbergs wurden schon gar nicht mit einbezogen. Gleiches gilt für Ausgleichsmaßnahmen von Brutstätten seltener Vögel. Ebenso wenig wurde die Beeinflussung des Kleinklimas gewertet.

Zusammenfassend wurde im Bericht erklärt „dass der Umweltbericht starke Mängel mit eindeutig falschen Bewertungen der Eingriffe aufweist“. Nun muss die Behörde zur Änderung des Regionalplans Neckar-Alb 2013 entscheiden. Ist das Fachgutachten der AGLN Dr. Tränkle unter Umständen nicht einmal das Papier wert, auf dem es gedruckt wurde? Wir, die BI meinen, wenn kein zweites Gutachten angefordert wird, stinkt die Sache höher zum Himmel als der Plettenberg hoch ist.

Martin Stussak
BI Pro-Plettenberg
Römerweg 2,
Schömberg

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