Holcim geht in die Offensive
Abbau und Rekultivierung: In den kommenden Jahren soll auf dem Plettenberg beides weiter vorangetrieben werden. Auf die anhaltende Kritik und Ängste in der Bevölkerung reagiert der Zementhersteller Holcim nun mit einer massiven Öffentlichkeitsinitiative.
Abbau und Rekultivierung: In den kommenden Jahren soll auf dem Plettenberg beides weiter vorangetrieben werden. Auf die anhaltende Kritik und Ängste in der Bevölkerung reagiert der Zementhersteller Holcim nun mit einer massiven Öffentlichkeitsinitiative. Foto: Maya Maser
Abbau und Rekultivierung: In den kommenden Jahren soll auf dem Plettenberg beides weiter vorangetrieben werden. Auf die anhaltende Kritik und Ängste in der Bevölkerung reagiert der Zementhersteller Holcim nun mit einer massiven Öffentlichkeitsinitiative.
Abbau und Rekultivierung: In den kommenden Jahren soll auf dem Plettenberg beides weiter vorangetrieben werden. Auf die anhaltende Kritik und Ängste in der Bevölkerung reagiert der Zementhersteller Holcim nun mit einer massiven Öffentlichkeitsinitiative. Foto: Maya Maser

Dotternhausen, 18.12.2015

Plettenbergabbau: Holcim geht in die Offensive

Zementwerk-Betreiber fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt

Die Bürgerinitiative Pro Plettenberg lässt nicht locker. Beim an den Pranger gestellten Holcim-Zementwerk in Dotternhausen geht man daher nun in die (mediale) Offensive: „Wir haben nichts zu verbergen.“

von Klaus Irion  

Die gute Konjunktur, die niedrigen Zinsen: Sie sorgen seit längerem für einen anhaltenden Bauboom. Entsprechend hoch ist der Materialbedarf und entsprechend voll sind die Auftragsbücher des Holcim-Zementwerks in Dotternhausen. „Deswegen wird auch immer wieder an Sonntagen die Seilbahn laufen“, sagt Werksleiter Dieter Schillo. Und das sei in konjunkturellen Hochzeiten immer schon so gewesen. „Auch in der Rohrbach-Ära.“ So werden die Loren hinauf auf den Plettenberg an Heiligabend bis 18 Uhr ihre Runden drehen. Und auch an den Sonntagen 27. Dezember, 3. Januar und 10. Januar.

Dass Schillo und Holcim-Pressesprecherin Sabine Schädle diese Daten am Donnerstag im Rahmen eines Pressegesprächs öffentlich gemacht haben, liegt zum einen daran, dass es dieses Jahr bereits Unmut über die am Ostersonntag laufende Seilbahn gegeben hatte. Zum anderen ist die Nachricht aber auch Teil einer Öffentlichkeitsinitiative, wie Schädle betont. „Wir bei Holcim haben – entgegen anderslautender Aussagen in der jüngeren Vergangenheit – nichts zu verbergen“, so Schillo.

Er verweist auf die noch laufenden oder bereits vorliegenden Gutachten zu den Geräuschimmissionen, Sprengerschütterungen, zu Wind, Klima, Staub und Hydrologie. Wenn sämtliche Daten vorlägen und auch die Untersuchungen zur Fauna/Flora-Habitat-Verträglichkeit und zum speziellen Artenschutz abgeschlossen seien, sei der Zeitpunkt gekommen, diese der Öffentlichkeit vorzustellen. „Wir rechnen damit, dass es im April 2016 soweit sein wird“, erklärt Schädle.

Bereits für Februar 2016 hat Holcim im Werkforum die Installation eines multimedialen Modells angekündigt, das die Abbau- und Rekultivierungsschritte sowie die Süderweiterung veranschaulichen soll. Apropos Rekultivierung: Laut Schillo seien aktuell sieben Hektar rekultiviert. „Und damit so viel wie bisher rekultiviert werden konnte.“ Wer sich davon und vom weitergehenden Abbau einen Überblick verschaffen möchte, habe im Rahmen weiterer Veranstaltungen unter dem Motto: „Vor Ort: Plettenberg“ im Laufe des Jahres 2016 dazu Gelegenheit. Außerdem bestehe in naher Zukunft die Möglichkeit, nahe des Plettenbergturms eine Aussichtsplattform zu besuchen.

Ortswechsel: Auch der Schieferabbau an der Gemarkungsgrenze von Dautmergen und Dormettingen schreitet voran. Und mit ihm der Tunnelbau unter der Kreisstraße 7129. „Dort läuft alles planmäßig, der Rückbau der Umgehungsstraße wird im Frühjahr erfolgen“, erläutert Schillo.

Im Jahr 2018 sei das Westfeld auf Dautmergener Seite komplett rekultiviert und für die Landwirtschaft wieder nutzbar. „Das dortige Regenrückhaltebecken wird größer dimensioniert als erforderlich“, versucht er die Gemüter in Dautmergen zu beruhigen. Auch im Bereich des künftigen Ostfelds auf Dormettinger Seite sei ein solches überdimensioniertes Rückhaltebecken geplant. „Das haben wir den Verantwortlichen in Erzingen, die sich vor möglichem Hochwasser fürchten, zugesagt.“

Mehr zum Plettenbergabbau in unserem ausführlichen Themendossier auf www.zak.de/plettenberg.

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