Ratshausen, 05.10.2015

Sorge ums Grundwasser

Kalksteinabbau auf dem Plettenberg: Gemeinderat Ratshausen gibt Stellungnahme ab

Grundwasserschutz, Hochwasser und Standsicherheit sind für Ratshausen wichtige Punkte in Sachen Kalksteinabbau auf dem Plettenberg. Jetzt hat die Gemeinde eine Stellungnahme zum Regionalplan abgegeben.

Die Gemeinde Ratshausen hat zur ersten Änderung des Regionalplans Neckar-Alb 2013 eine ausführliche Stellungnahme verfasst und an den Verband gerichtet. Der Regionalplan sieht nämlich vor, den Kalksteinbruch auf dem Plettenberg zu erweitern. Dabei liegen die Schwerpunkte der über 800 Einwohner zählenden Gemeinde im Oberen Schlichemtal auf dem Grundwasserschutz, der Hochwassergefahr und der Gefahr für die Standsicherheit des Plettenbergs.

Der Steinbruch auf dem Plettenberg umfasst derzeit eine konzessionierte Fläche von 70 Hektar und soll nach dem Regionalplan um 17 Hektar erweitert werden. Im Regionalplan ist dazu ausgeführt, dass es sich bei der Erweiterung um ein „kleines und somit besonders störungsempfindliches Wasserschutzgebiet“ handle. Es bestehe die Gefahr, dass Trinkwasser gefährdende Stoffe einfließen und sich die Quellschüttung verringere. Neben dem Wasser sei die biologische Vielfalt der Fläche erheblich betroffen sowie die gesamte Landschaft. Eine nicht gerade erfreuliche Prognose.

In der Stellungnahme weist die Gemeinde Ratshausen darauf hin, dass sich durch die Veränderung der Geländegestalt auch die Grundwasserneubildung ändere, sich die Verschmutzungsgefahr erhöhe und deshalb die Nutzbarkeit des Trinkwassers gefährdet sei. Damit werde die Daseinsvorsorge der Gemeinde beeinträchtigt. Ohne einen gutachterlichen Nachweis sei die Unschädlichkeit des Vorhabens nicht zu begründen.

Die Gemeinde Ratshausen ist außerdem davon überzeugt, dass mit der Erweiterung des Abbaugeländes auch das Einzugsgebiet des Waldhausbaches auf Gemarkung Hausen am Tann vergrößert wird. Das Oberflächenwasser vom Steinbruch würde dann direkt über den Waldhausbach in die Schlichem gelangen. Die Wahrscheinlichkeit von Hochwasserschäden werde deutlich zunehmen. Die vorgelegten Gutachten würden nicht auf diesen Sachverhalt eingehen. Der Gemeinderat unter Vorsitz des stellvertretenden Bürgermeisters Andreas Koch sorgt sich auch um die Hangschuttmassen der Bergflanken, die permanenten Verlagerungsprozessen unterworfen seien. Die jüngste Vergangenheit habe dies überdeutlich gezeigt. Der Abtrag von Deckschichten und die Verlagerung von Wasserströmen können zu einer weiteren Destabilisierung führen. Dies stelle eine akute Gefährdung der Ortslage von Ratshausen dar, die Kultur- und Sachgüter sowie menschliches Leben beeinträchtigen können.

Der Rat hat die Stellungnahme bei einer Gegenstimme verabschiedet.

Mehr zu den Schlagworten

Plettenbergabbau, Klinikdebatte.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Der ZAK auf Facebook

Der ZAK auf Facebook

Singlebörse

Singlebörse

 

ZAK view

ZAK view

Unsere virtuelle Stadt! Neue Einblicke in die Geschäftswelt mit den 360-Grad-Panorama-Aufnahmen.

counter