Wasser
Böse Überraschung für Waldbesitzer Georg von Cotta. Ein Erdrutsch oberhalb des So hat es nach dem heftigen Unwetter Ende Juli am Waldhausbach in Hausen ausgesehen. Mit der Erweiterung des Steinbruchgeländes wird das Einzugsgebiet des Bachs deutlich vergrößert. Foto: Klaus Irion
Böse Überraschung für Waldbesitzer Georg von Cotta. Ein Erdrutsch oberhalb des So hat es nach dem heftigen Unwetter Ende Juli am Waldhausbach in Hausen ausgesehen. Mit der Erweiterung des Steinbruchgeländes wird das Einzugsgebiet des Bachs deutlich vergrößert. Foto: Klaus Irion
Böse Überraschung für Waldbesitzer Georg von Cotta. Ein Erdrutsch oberhalb des So hat es nach dem heftigen Unwetter Ende Juli am Waldhausbach in Hausen ausgesehen. Mit der Erweiterung des Steinbruchgeländes wird das Einzugsgebiet des Bachs deutlich vergrößert. Foto: Klaus Irion
Böse Überraschung für Waldbesitzer Georg von Cotta. Ein Erdrutsch oberhalb des So hat es nach dem heftigen Unwetter Ende Juli am Waldhausbach in Hausen ausgesehen. Mit der Erweiterung des Steinbruchgeländes wird das Einzugsgebiet des Bachs deutlich vergrößert. Foto: Klaus Irion

Hausen a.T., 25.09.2015

Hausener wehren sich: Könnte der Plettenberg instabil werden?

Protestschreiben geht an Regionalverband

Die Gemeinderäte haben Angst, der Plettenberg könnte instabil werden. Auch deshalb entschied das Gremium, eine kritische Stellungnahme an den Regionalverband Neckar-Alb zu schicken.

von Maya Maser  

In der ersten Änderung des Regionalplans Neckar-Alb ist vorgesehen, den Kalksteinbruch auf dem Plettenberg zu erweitern. Das will die Gemeinde Hausen aus verschiedenen Gründen nicht einfach so akzeptieren, wie es in der Sitzung am Mittwoch von mehreren Gemeinderäten hieß.

Aus diesem Grund schrieb Bürgermeister Heiko Lebherz bereits eine Stellungnahme, die er den Räten nun vorlegte. Darin heißt es, dass die Grundwasserqualität gefährdet sei. Das geplante Steinbruchgelände befinde sich in einem Bereich, der der Brauch- und Löschwasserversorgung des Ortes dient. Zudem würden filteraktive Bodenschichten abgetragen, wodurch die Gefahr bestehe, dass das Grundwasser verschmutzt werde. Ebenso steige die Hochwassergefahr. Mit der Erweiterung des Steinbruchgeländes wird das Einzugsgebiet des Waldhausbach deutlich vergrößert. Bereits heute treten Überschwemmungen am Bach auf. So erhöhe sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass Hochwasserschäden eintreten. Außerdem heißt es in der Stellungnahme, dass die vorgelegten Gutachten nicht auf diesen Sachverhalt eingehen und somit keine belastbare Abwägungsgrundlage für die erste Änderung des Regionalplanes darstellen.

Eine weitere Gefahr sei, dass der Plettenberg instabil wird. Die Hangschuttmassen an den Seiten seien permanenten Verlagerungsprozessen ausgeliefert. So seien auch kürzlich Hänge gerutscht. Die Gemeinde befürchtet, dass durch das weitere Abtragen von Deckschichten und der Verlegung von Wasserströmen der Berg noch mehr destabilisiert wird. „Dies stellt eine akute Gefährdung von Hausen dar. Hiervon sind Kultur- und Sachgüter sowie menschliches Leben betroffen“, ist in der Stellungnahme zu lesen. Zuguterletzt wird dem Regionalverband vorgeworden, dass er mit dieser Änderung die Wohn- und Erholungsqualität von Hausen beeinträchtigt. Der Explosionslärm sei ebenso störend wie der Krach von Radladern und Muldenkippern. Durch die Steinbruchkulisse würde der Lärm noch teilweise abgeschirmt. Doch auch diese soll bald abgebaut werden. Zudem würden auch die Gäste am Golfplatz unter dem Lärm leiden. Diese Beeinträchtigung des Spielbetriebs könnte die Existenz der gesamten Anlage gefährden.

„Der Regionalverband wird diese Stellungnahme entweder zur Kenntnis nehmen und an die nächste Planungsebene weiter geben, oder einfach nur zur Kenntnis nehmen und gar nichts machen“, sagte Leberherz. „Wir gehen aber ehrlich gesagt davon aus, dass nichts geschehen wird.“ Trotzdem riet er den Gemeinderäten, es zu versuchen. Diese stimmten einstimmig dafür, dass der Brief an den Regionalverband verschickt wird.

Die Räte stimmten zudem dafür, dass die möglichen Kleinklimaauswirkungen durch den Abbau in der Stellungnahme noch ergänzt werden. Bürgermeister Heiko Lebherz versprach, dies noch in dem Schreiben aufzunehmen. „Die hohe Akzeptanz für den Abbau, wie früher, besteht heute einfach nicht mehr“, so Gemeinderat Gregor Sieber.

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