08.09.2015

Leserbrief

Hat Holcim doch etwas zu verbergen?

 

Etliche Bürger aus den umliegenden Gemeinden des Plettenberges folgten der Einladung zum Sternmarsch, um sich vor Ort zu informieren. Leider waren kein einziger Bürgermeister des Oberen Schlichemtales und nur sehr wenige Gemeinderatsmitglieder vor Ort, was ich persönlich sehr schade finde.

Ich bin mit einer Gruppe aus Ratshausen mit zirka 60 Wanderern auf den Plettenberg marschiert. Nach einer kurzen Pause am Schafhaus machten wir uns auf den Weg zum Kundgebungsort am Aussichtspunkt. Auf dem Weg dorthin kam uns ein Fahrzeug entgegen, augenscheinlich eine Sicherheitsfirma aus der Umgebung. Der Beifahrer hielt dabei sein Smartphone so offensichtlich an die Windschutzscheibe, dass die Wanderer wussten: sie werden fotografiert oder gar gefilmt.

Es war ein sehr unangenehmes Gefühl, ist man doch nur Teilnehmer eines Sternmarsches und kein potenzieller Verbrecher, der eine Straftat plant. Was will Holcim damit erreichen? Will das Unternehmen uns damit sagen „Wir wissen genau, wer bei dieser Kundgebung dabei war!“?

Bei der anschließenden Kundgebung am Aussichtspunkt, mit rund 250 friedlichen Teilnehmern, darunter viele Familien mit Kindern, wurde es auch nicht langweilig. Fast jedes Mal, als jemand stehen blieb, um die eilig von Holcim aufgehängten Plakate zu lesen, sprangen zwei schwarz gekleidete Männer des Sicherheitsdienstes aus dem Gebüsch und beobachten die Person so lange, bis diese wieder weiter gingen. Sollte man diese Plakate etwa doch nicht lesen? Hat Holcim eventuell doch etwas zu verbergen, oder warum patrouilliert eine Sicherheitsfirma von morgens bis abends?

Nach der Kundgebung machten viele der Zuhörer noch selbst ein Bild der von Holcim so hochgelobten Rekultivierung. Viele fragten sich, wo diese denn sei. Die kleine Fläche die mit Erde bedeckt sei, sei im Vergleich zur Größe des Steinbruchs, so wörtlich ein älterer Mann, „ein Witz“. Eine Rekultivierung sollte von jedermann als solche zu erkennen sein, und nicht nur von sogenannten „Experten“.

Thorsten Wettki
Hauffstraße 7
Schömberg

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