05.09.2015

Leserbrief

Plettenberg: Wanderer fühlten sich beim Sternmarsch wie Kriminelle

 

Ziel der von der BI arrangierten Wanderung war es, die Bevölkerung möglichst großflächig und neutral über die Sachverhalte in Verbindung mit den Machenschaften von Holcim aufzuklären.

Schwerpunktmäßig beteiligten sich interessierte Personen aus der unmittelbaren Umgebung. Einige Freunde des Berges und Menschen mit Heimatverbundenheit gesellten sich dazu. Allerdings ist es befremdend, dass insgesamt kein Bürgermeister des Oberen Schlichemtales und nur vereinzelte Gemeinderäte sich trauten, sich bei der BI zu zeigen und deren Belange und Ziele anzuhören.

Holcim hat auch dazu beigetragen, dass die Veranstaltung nicht langweilig war. Ein Sicherheitsdienst mit zwei Personen im Rambostyle waren schon ab circa 8 Uhr auf dem Berg präsent. Mit einem Firmenfahrzeug von Holcim patrouillierten sie ununterbrochen bis gegen 19 Uhr. Auch auf natur- und landschaftlich geschützten Flächen, für die ein Fahrverbot existiert, fuhren sie permanent Streife. Wanderer, ob als Teilnehmer der Sternwanderung oder andere, wurden fotografiert. Diese fühlten sich teilweise dadurch belästigt und wandten sich an die Polizei .

Mit welchem Auftrag diese Personen von Holcim ausgesandt wurden, ist unklar. Die Vielfalt und Art der Kontrollfahrten ließen jedoch Parallelen zu den Grenzkontrollen der früheren DDR aufkommen. Kosten spielen dabei keine Rolle. Alle die auf dem Berg waren, mussten sich vorkommen wie Kriminelle. Dabei war das Grundziel dieser Wanderung, den Menschen vor Ort zu zeigen, was in den vergangenen 70 Jahren auf dem Berg geschehen ist. Wie sich der Holcim-Konzern in seiner Gesamtheit darstellt und wie die Realitäten zwischen schönen Worten von Holcim, Behörden und der Wirklichkeit sind. Weiterhin, was künftig noch in welcher Zeit auf dem Berg passieren soll. Interessierte und engagierte Bürger sind zumindest seitens der Politik allseits gewünscht. Holcim ließ auch unmittelbar vor der Veranstaltung am Abgrenzungszaun an dem Kundgebungsort über mindestens 25 Meter großflächige Plakate anbringen. Dies im besagten Landschafts- und Naturschutzgebiet. Ob dies zulässig ist, bleibt noch zu prüfen. Angesichts dessen was vorgefallen ist, muss man sich fragen, was befürchtet Holcim? Oder was haben sie zu verbergen? Können sie überhaupt die Ängste und Befürchtungen von vielen Bürgern verstehen?

Wir haben jedenfalls eine von großer Sachkompetenz geprägte Veranstaltung erlebt. Viele Ideen und Anregungen wurden besprochen. Wir lassen uns nicht entmutigen und verfolgen den ehrlichen, aufrechten und nicht kriminellen Weg weiter.

Günter Schäfer
Joh.-Seb.-Bach Straße 15
Dotternhausen

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