Dotternhausen, 04.09.2015

Sprengstoffe im Trinkwasser?

Landratsamt verneint: Ammonium- und Nitratmengen unbedenklich

Der geplante Kalksteinabbau auf dem Plettenberg spaltet die Menschen im Oberen Schlichemtal. Bei vielen ist die Sorge groß, dass die Qualität des Trinkwassers aufgrund von Sprengstoffrückständen leidet.

 

Nicht nur beim Sternmarsch am Sonntag, warfen die Redner der Bürgerinitiative Pro-Plettenberg diese Frage auf. Ebenso wurden verschiedentlich Fragen zur Trinkwasserqualität im Umfeld des Plettenbergs an das Landratsamt herangetragen. Die Behörde gibt nun dazu in einer Pressemitteilung folgende Auskunft:

Trinkwasser im Zollernalbkreis wird regelmäßig durch die Trinkwasserunternehmen untersucht. Mit der Untersuchung werden unabhängige Labore beauftragt. Die Ergebnisse werden von den Trinkwasserunternehmen an das Gesundheitsamt des Landratsamtes weitergeleitet. Man unterscheidet zwischen routinemäßigen und umfassenden Untersuchungen. Die Zahl an Untersuchungen bestimmt die Trinkwasserverordnung; sie hängt von der Wasserabgabe des Wasserversorgungsunternehmens ab. In Dotternhausen stehen beispielsweise pro Jahr vier routinemäßige Untersuchungen und eine umfassende Untersuchung an.

Beim Auflösen von Ammoniumnitrat (im von der Firma Holcim verwendeten ANC-Sprenstoff enthalten) in Wasser bilden sich Ammonium und Nitrat. Bei den routinemäßigen Untersuchungen der Wasserversorger wird der Ammoniumwert bestimmt, der Nitratwert bei der umfassenden Untersuchung. Die Ammoniumwerte von Dotternhausen lagen 2014 immer unter 0,02 mg/l (Grenzwert 0,50 mg/l). Für Ratshausen wurden identische Werte festgestellt.

Das Nitrat ist ein Glied des natürlichen Stickstoffkreislaufs und entsteht sowohl im Boden als auch in Luft und Wasser. Somit kann das Vorkommen bestimmter Mengen in natürlichen Gewässern auch nicht vermieden werden. Die Höhe von Nitratwerten hängt von vielen Faktoren ab. So zum Beispiel von Schafhaltung, landwirtschaftlicher Nutzung, aber auch wechselnden Niederschlagsmengen. Aus diesem Grund kann das Vorkommen bestimmter Mengen in natürlichen Gewässern nicht vermieden werden und ist – so wörtlich in der Verlautbarung des Landratsamtes – als unbedenklich zu betrachten.

Die Nitratwerte der Wasserversorgung Dotternhausen der Jahre 2010 bis 2015 sind leicht schwankend und liegen im Bereich von 13,9 – 16 mg/l. Der Grenzwert liegt bei 50 mg/l. Die Gemeinde Dotternhausen hat im Mai 2015 eine weitergehende Untersuchung auf Sprengstoffe, deren Abbauprodukte und Begleitstoffe durchführen lassen. Das Ergebnis war unauffällig. Die Werte lagen unterhalb der analytischen Bestimmungsgrenze, teilt das Landratsamt weiter mit.

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Plettenbergabbau.

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