07.07.2015

Leserbrief

Es besteht die Gefahr, dass das Wasser belastet ist

 

Im Steinbruch auf dem Plettenberg wird Ammoniumnitrat-Sprengstoff in gelatinöser und rieselfähiger Form eingesetzt. Es besteht die Gefahr, dass das Wasser im Waldhausbach, der in die Schlichem mündet, belastet ist. Die folgende Aussage stammt vom Landratsamt:

„So werden die Sprengungen der Firma Holcim mit zugelassenen Sprengstoffen ausgeführt, welche nicht umweltgefährdend seien. Bei der Sprengung entstehen Gase, die durch ihre Ausdehnung die Sprengwirkung hervorrufen.

Aufgrund der Zusammensetzung des Sprengstoffes (ANC) ist dieser durch Hinzufügung von Wasser entschärfbar und es entsteht daraus Pflanzendünger. Bei einer ordnungsgemäß durchgeführten Sprengung ist nicht davon auszugehen, dass Sprengstoffrückstände entstehen. Wenn die Sprengung nicht wie geplant abläuft, werden die Rückstände geborgen oder doch noch zur Detonation gebracht.

Das Amt für Wasser- und Bodenschutz kommt deshalb zur Bewertung, dass weder durch die Zusammensetzung des Sprengstoffes noch bei seiner Anwendung Beeinträchtigungen für das Oberflächenwasser aus dem Steinbruch und für das Grundwasser entstehen.“

Unsere Recherche ergab Folgendes:

– Die Sicherheitsdatenblätter von ANC warnen ausdrücklich, dass dieser Stoff weder in den Boden noch in das Oberflächenwasser, geschweige denn in das Grundwasser oder Kläranlagen geraten darf.

– Ammoniumnitrat ist auch ein Bestandteil von Düngemitteln, auch hier gibt es strenge Vorschriften, dass dieser Stoff nicht in der Nähe von Gewässern noch in Wassereinzugsgebieten verwendet werden darf.

– Beim Umsetzen werden große Mengen an Kohlenmonoxid, Stickstoffdioxid, Ammoniak und Nitrosegasen frei.

– In Unfallberichten, der Fachverbänden wird häufig von Unfällen mit Restsprengstoff berichtet. Diese Reste können sich in Spalten und Hohlräumen bilden, ferner wenn rieselfähiger Sprengstoff feucht wird.

– Wie möchte Holcim Sprengstoffreste im Haufwerk von Hunderten von Tonnen an Gestein finden, die die Korngröße von Kunstdünger aufweisen?

– Durch Regen werden die Restsprengstoffe und das Umsetzprodukt Ammoniak ausgewaschen und dürfte so im Grubenwasser reichlich zu finden sein.

– Der Weg über die Versickerung in das Grundwasser und somit in das Trinkwasser ist nicht weit.

– Über den Waldhausbach können diese Stoffe über die Schlichem auch den Weg in den Stausee finden.

Martin Stussak,
Römerweg 2, Schömberg
Sprecher BI Pro-Plettenberg

Mehr zum Schlagwort

Unfall.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
counter