16.05.2015

Leserbrief

Verantwortungsvoll mit der Heimat umgehen

 

Nun kommt sie, die Bürgerinfo zum Plettenberg und Holcim. Diese wird hinsichtlich Informanten groß aufgezogen. Jeder Bürger des Zollernalbkreises hat das Recht daran teilzunehmen. Baustoffversorgung, Müllentsorgung, Luftveränderungen, Landschaftsveränderungen u.v.m sind Themen, die uns alle langfristig betreffen. Es wird vermutlich die einmalige Gelegenheit sein, dass man so geballt alle Akteure, Industrie, Behörden und Bevölkerung zusammen bringt.

Seit Januar 2015 habe ich in vielen Gesprächen, Nachforschungen, Akteneinsicht, etliches erlebt und gesehen. Ich bin auf Dinge gestoßen und habe Aussagen gehört, die mich betroffen machen. Leider war und ist es sehr schwierig und umständlich oder unmöglich, an Informationen heranzukommen.

Die Gemeinde Dotternhausen hat diese Info entgegen der Vorschrift ausschließlich in geheimer Beratung und Sitzungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorbereitet. Auch die Ankündigung in den Medien ist begrenzt worden. Amtsblatt nur Dotternhausen – nicht im ganzen Oberen Schlichemtal. In der Zeitung unauffällig und knapp bemessen. Keiner soll sagen, er hätte nichts gewusst. Man muss für das, was man erhalten oder erreichen will und was einem wichtig ist, etwas tun.

Wir werden aus erster Hand die von mir geforderten Infos erhalten. Wie die Abbausituationen bei Kalkstein und Schiefer ist und sein wird. Was mit den Rohstoffen passiert, wo sie verarbeitet und letztendlich verkauft werden. Aufgrund welcher Gesetze und Gegebenheiten Holcim sich in Deutschland so wohl fühlt. Was sie dafür zu geben bereit sind. Rekultivierung wird Thema sein. Auch das Thema EBS-Ersatzbrennstoffe (Müllentsorgung) wird zur Sprache kommen. Die Gemeinde wird erklären, wie sich die Genehmigungen entwickelt haben und was unabwendbar zugesagt ist. In Übereinstimmung mit dem Landratsamt wird die Abbausituation dargestellt. Umfang, Zeit, Wassersituation, Naturschutz, Rekultivierung und Immissionen werden sicher ausführlich erläutert. Warum Genehmigungen nachträglich immer wieder geändert wurden(z.B. gibt es Hinweise auf einen 7. Zusatzvertrag).

Verschweigen werden Holcim und die Gemeinde vermutlich die finanzielle Seite, denn diese wirft einige brisante Fragen auf.

Alles in allem könnte es bei der gewünschten Offenheit eine interessante Veranstaltung werden. Ich persönlich habe nicht, wie vielfach unterstellt, etwas gegen Gemeinde, Holcim oder sonstige. Keine Feindbilder. Nur den Wunsch nach Offenheit und Gerechtigkeit und sorgsamem Umgang mit allem.

Allen Mitarbeitern von Holcim gönne ich ihren Arbeitsplatz mit allen Vorteilen. Sicherlich redlich erworben. Aber auch die Plätze sind zeitlich befristet und dann ?

Ich bin ein Fan von Heimat und Plettenberg. Bin aber dafür, dass man verantwortungsvoll damit umgeht und die Heimat nicht an ein Unternehmen mit überwiegend wirtschaftlichen Interessen fast verschenkt. Das würden die Schweizer auch nicht machen.

Günter Schäfer
Johann-Sebastian-Bachstraße 15, Dotternhausen

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