30.04.2015

Leserbrief

Ist unser Trinkwasser bedroht?

 

Mitglieder der BI Pro Plettenberg stellten an ihre zuständigen Rathäuser die Frage, ob das Trinkwasser durch Verunreinigungen aus Sprengstoffen belastet ist.

Aus den Rathäusern Hausen am Tann und Schömberg folgte prompt die Entwarnung, es wird kein Wasser vom Plettenberg in das Trinkwasser eingespeist. Aus Ratshausen und Dotternhausen heißt es, dass Wasserproben an Labore geschickt wurden, deren Ergebnisse noch ausstehen.

Warum die Angst um das Trinkwasser? In den Steinbrüchen der Firma Holcim werden Jahr für Jahr enorme Mengen an Ammoniumnitrat-Sprengstoff verbraucht. Die Landwirte kennen das Ammoniumnitrat als Dünger, auf dem Feld wirkt es Wunder, im Wasser wirkt es zerstörerisch. Im Gefahrendatenblatt wird darauf hingewiesen, dass von diesem Stoff keinesfalls auch nur geringe Mengen in das Oberflächenwasser, geschweige denn in das Grundwasser, geraten dürfen.


In Unfallberichten aus Steinbrüchen wird immer wieder erwähnt, dass durch Sprengstoffreste Mitarbeiter verletzt werden. Woher kommen diese Sprengstoffreste? Zum einen durch die Sprengung selbst, je nachdem wie die Sprengung zeitlich verläuft, und zum anderen kann durch zerklüfteten Fels Sprengstoff in Felsritzen und Spalten rieseln. Aus Kostengründen wird auf den rieselfähigen Sprengstoff zurückgegriffen, wann immer es möglich ist, das heißt wenn kein Regen angesagt ist. Wenn diese Sprengstoffreste und Abbrandprodukte durch Regen ausgewaschen werden, ist die Kontaminierung des Grubenwassers perfekt, man muss nur noch lange genug warten und es taucht im Trinkwasser auf. Und hier nimmt der Skandal seinen Lauf. Obwohl das Gewerbeaufsichtsamt in Balingen und das Regierungspräsidium Tübingen, Abteilung 5 Umwelt, von dem jahrzehntelangen Einsatz von Sprengstoff wissen müssten, wurden vermutlich die Wasserversorger nicht von diesen Gefahren durch Sprengstoff informiert. Wenn Wasserversorger es gewusst haben, warum wurde erst jetzt, initiiert durch einige BI-Mitglieder, Wasser auf diese Giftstoffe hin untersucht.
Sobald belastbare Ergebnisse von den Wasseruntersuchungen vorliegen, werden wir diese selbstverständlich veröffentlichen. Seien die Ergebnisse positiv oder negativ. Wir hoffen natürlich inständig, dass sich die Bedenken als haltlos erweisen, wenn nicht, kann sich der Skandal zu einer Tragödie ausweiten.
Martin Stussak,
Römerweg 2, Schömberg

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