„Wir nehmen Sie ernst“
Das aktuell genehmigte Abbaugebiet auf dem Plettenberg (gelb) und das geplante (rot) auf der Südseite: Holcim Süddeutschland wird in einer weiteren Informationsveranstaltung im Mai darüber aufklären.  Grafik Holcim Süddeutschland
Das aktuell genehmigte Abbaugebiet auf dem Plettenberg (gelb) und das geplante (rot) auf der Südseite: Holcim Süddeutschland wird in einer weiteren Informationsveranstaltung im Mai darüber aufklären. Grafik Holcim Süddeutschland
Das aktuell genehmigte Abbaugebiet auf dem Plettenberg (gelb) und das geplante (rot) auf der Südseite: Holcim Süddeutschland wird in einer weiteren Informationsveranstaltung im Mai darüber aufklären.  Grafik Holcim Süddeutschland
Das aktuell genehmigte Abbaugebiet auf dem Plettenberg (gelb) und das geplante (rot) auf der Südseite: Holcim Süddeutschland wird in einer weiteren Informationsveranstaltung im Mai darüber aufklären. Grafik Holcim Süddeutschland

Dotternhausen, 02.04.2015

„Wir nehmen Sie ernst“

Werksleiter Dieter Schillo verspricht Offenheit und Information

Die Verantwortlichen des Zementwerks Holcim reagieren auf die Kritik am geplanten Plettenbergabbau: Sie wollen nun die Bevölkerung verstärkt und auf verschiedenen Kanälen informieren.

„Wir haben schon immer informiert“, sagt Werksleiter Dieter Schillo. Jedoch sei das Interesse nicht immer so hoch gewesen. Auf die veränderte Situation seit der Veranstaltung Ende Januar reagieren er und sein Team nun: Am Donnerstag wurden in allen Briefkästen im Oberen Schlichemtal ein „Journal“ des Zementwerks verteilt. Es informiert auf 20 Seiten über den Plettenbergabbau, die Ölschiefergewinnung, Emissionen und andere Aktivitäten des Unternehmens.

„Wir nehmen die Sorgen und Nöte der Menschen sehr ernst“, sagt Schillo. Diese kämen auch von fehlenden Informationen. Mit einer breit angelegten Aufklärungsoffensive soll sich das jetzt ändern. Neben der Broschüre ist die Internetseite www.holcim-dialog.de online gegangen, die Fragen beantworten soll.

Damit soll auch verhindert werden, dass Zahlen im falschen Kontext auftauchen. „Es stimmt nicht, dass wir 95 Prozent der Emissionen im Zollernalbkreis erzeugen“, stellt Sabine Schädle, Leiterin der Kommunikation von Holcim Süddeutschland, klar. Es handle sich dabei um einen Wert, den das UMEG, das Zentrum für Umweltmessungen, Umwelterhebungen und Gerätesicherheit, herausgibt.

Er beziffere die Emissionen der Großindustrie und des Großgewerbes. „Abgase von Haushalten, dem Verkehr und kleineren Betrieben werden nicht mit eingerechnet“, erklärt Schädle. Die meisten Unternehmen im Zollernalbkreis würden unter dem angesetzten Schwellenwert liegen und tauchen damit nicht in der Statistik auf. Da Holcim das einzige Zementwerk im Landkreis ist, sei der Wert nicht verwunderlich.

Jährlich stößt das Dotternhausener Werk rund 700.000 Tonnen CO2 aus, wie das Unternehmen in seinem Umweltbericht veröffentlicht. Nimmt man einen durchschnittlichen Verbrauch von sechs Litern Diesel und jährlich 12.000 gefahrenen Kilometern pro Fahrzeug an, so entspricht das dem jährlichen CO2-Ausstoß von rund 390.000 Autos.

Die Werksleitung möchte auch die Anliegen der Bürgerinitiative „Pro Plettenberg“ ernst nehmen. Noch vor Ostern soll ein Treffen mit den elf Initiatoren und den Verantwortlichen des Zementwerks stattfinden. Ein Dialog auf Basis von Zahlen, Daten und Fakten – erst einmal im kleinen Kreis. Im Mai findet dann eine Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit in der Dotternhausener Festhalle statt. Derzeit werde noch nach einem Termin gesucht, teilte Sabine Schädle mit. Vertreter des Werks, der Bürgerinitiative und der Genehmigungsbehörde sollen zu Wort kommen.

Schillo räumte Fehler in der Informationspolitik der Vergangenheit ein. So wolle man in Zukunft die Veranstaltungen mit Traktandum im Vorhinein veröffentlichen. Zudem habe sich gezeigt, dass es nicht reiche, Informationen an Gemeinderäte weiterzugeben. „Wir sind da lernfähig“, sagt der Werksleiter.

Mehr zum Thema gibt es auf unserer Themenseite zum Plettenbergabbau.

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