03.03.2015

Leserbrief

Ist auch unser Trinkwasser bedroht?

 

„Auf der Spur eines Müllskandals“ beginnt ein Bericht (10. Februar) von Jörg Hilbert. Hier nur Auszüge aus diesem: In einer Kiesgrube der Firma Holcim bei der Gemeinde Schalkholz haben Jäger eine brisante Entdeckung gemacht. Offenbar wurden in der Grube tonnenweise verunreinigter Bauschutt, Teerbrocken und Kunststoffe entsorgt. Die Deponie grenzt an das Trinkwasser-Reservoir „Heider Trog“. Das Magazin Panorama 3 des NDR hat auf dem Gelände Boden- und Wasserproben entnommen. Die Analyse ergab hohe Werte an PAK, diese Stoffe lassen sich zum Beispiel in Asche nachweisen. Viele dieser PAK sind krebserzeugend, gelten als gefährlich für das Grundwasser. In dieser Konzentration dürften sie dort nicht sein. Trotzdem will die Firma Holcim dort eine offizielle Bauschuttdeponie mit einer Kapazität von zwei Millionen Kubikmeter einrichten. In Absprache mit den Behörden möchte sie die Planung weiter vorantreiben. (Quelle:http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Auf-der-Spur-eines-Muellskandals,muellskandal100.html )

Was hat dies mit unserem Trinkwasser zu tun? Die Firma Holcim betreibt in der Region das Zementwerk Dotterhausen mit drei Steinbrüchen und alle liegen mehr oder weniger in Einzugsgebieten von Trinkwasserbrunnen. In der Fachlektüre ist zu lesen, dass beim Abbau von Gestein natürliche Giftstoffe freigesetzt werden zum Beispiel Arsen beim Abbau von Muschelkalk.

Die Abbautechnik entscheidet auch im Wesentlichen, ob noch weitere Giftstoffe freigesetzt werden. Bei Sprengungen werden tonnenweise Industrie-Sprengstoffe verbraucht! Hier lauert die nächste Gefahr, nahezu alle Inhaltsstoffe von Sprengstoff sind vor und nach der Sprengung krebserregend, erbgutverändernd und ebenso schädigend für die Plazenta. Durch Auswaschung bei Regen können diese Giftstoffe in das Oberflächenwasser in den Steinbrüchen geraten.

Von Bürgern aus der Region wurde mir berichtet, dass an einer Plettenberg-Quelle zeitweise milchig trübes Wasser austritt, selbst der Waldhausbach in Hausen am Tann führt zeitweise dieses trübe Wasser. Dieser Bach mündet in die Schlichem. Die Wasserorganismen und auch Fische werden vermutlich diese Belastung nicht überleben. Die Ursache für dieses Wasser scheint der See im Steinbruch auf dem Plettenberg zu sein. In diesem See sollten sich die Trübstoffe absetzen, bevor das Wasser in Rohren in den Bach abgeleitet wird. Man kann vermuten, dass diese Wasserklärung vermutlich nicht ausreicht! Die anderen Wege, die diese Oberflächenwasser durch Versickerung nehmen sind auch nicht erforscht.

Kann dieses Wasser in die Trinkwasserbrunnen gelangen? Wird das Trinkwasser auf diese vielen giftigen Stoffe hin untersucht? Sind Filter eingebaut, für diese nicht zu erwartenden Giftstoffe? Hat der mögliche Verursache Rücklagen für eine neue Wasserversorgung hinterlegt? Diese Fragen und ein Liste über die Giftstoffe in Sprengstoffen habe ich dieser Tage an die Gemeindeverwaltung von Schömberg geschickt. Eine Antwort steht bislang noch aus.

Martin Stussak
Römerweg 2, Schömberg

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