06.02.2015

Leserbrief

Keine Bürgerfragestunden, sondern Bürgerfrageminuten

 

In der Einladung zur öffentlichen Gemeinderatssitzung am 4. Februar stand im Amtsblatt unter Tagesordnungspunkt eins: Bürgerfragestunde.

Gut, dachte ich, das ist die Gelegenheit, sich bei der bisher strikt schweigenden Gemeinde Gehöhr und Zugang zum Thema Holcim, Kalksteinabbau Plettenberg, einfach zum gesamten Thema zu verschaffen. Entsprechend habe ich mich auf verschiedene Verhandlungsverläufe eingestellt und Fragen vorbereitet. Gleich zu Beginn meldete ich mich zu Wort und habe versucht, meine Wünsche nach mehr Infos für alle Bürger von Dotternhausen und anderswo darzulegen. Bereits bei den ersten zwei Antworten habe ich und die anderen Zuhörer bemerkt, dass ich kein so gern gesehener Bürger war. Nachdem es mir gelungen ist, eine oder zwei weitere Fragen nachzulegen, musste ich mich belehren lassen, was eine Bürgerfragestunde tatsächlich ist. Mir wurde vorgelesen, dass nach Bestimmung „sowieso“ jeder Bürger die Möglichkeit hat, nur zwei Fragen zu stellen, die begrenzt lang sein dürfen und dann ist Schluss.

Das heißt, es sind lediglich „Bürgerfrageminuten“. Mit diesem Hinweis wurde mir das Weiterfragen unterbunden und ich war fortan mundtot. Ich forderte die Bürgermeisterin auf, diesen Ablauf von Bürgerfragen doch bitte öffentlich bekannt zu machen, dass künftig niemand mehr in eine solche Situation wie ich kommt.

Ich dachte, jetzt sei mein Wunsch nach einer Bürgerversammlung und Interesse an Informationen dahin.

Doch siehe da, der Bürgermeisterstellvertreter, ein gebürtiger Dotternhausener mit Bezug zum Plettenberg, meldete Fragebedarf an, der ihm unter Verschiedenes zugesagt wurde. Dabei griff er das Thema erneut auf und verwies auf den Infobedarf. Weitere Gemeinderäte hängten sich diesem Verlangen an und nach kurzer Diskussion wurde war man sich einig, dass kurzfristig eine öffentliche Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Situation am Plettenberg stattfinden soll. Danke!

Wann, wie und wo sie stattfindet, ist noch offen. Hierauf kann sich aber nun jeder Bürger möglichst mit Fragen vorbereiten. Auch habe ich das Recht, in die bestehende Abbaugenehmigung Einsicht zu nehmen. Was ich natürlich wahrnehmen werde. Danke!

Die Sitzung brachte auch noch weitere Überraschungen zu Tage. Der Wein wird langsam klarer.

Günter Schäfer
Joh.-Seb.-Bach Str. 15
Dotternhausen

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Politik, Plettenbergabbau.

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