Die Furcht vor dem Abbau
Das Dorf Hausen am Tann liegt idyllisch eingebettet in die freie Natur direkt unter dem Plettenberg. Wenn die Sicht frei ist, sehen die Hausener von der Kirche aus auf den Steinbruch. Gestern allerdings war der Blick zum Plettenberg wolkenverhangen
Das Dorf Hausen am Tann liegt idyllisch eingebettet in die freie Natur direkt unter dem Plettenberg. Wenn die Sicht frei ist, sehen die Hausener von der Kirche aus auf den Steinbruch. Gestern allerdings war der Blick zum Plettenberg wolkenverhangen Foto: Rosalinde Conzelmann
Das Dorf Hausen am Tann liegt idyllisch eingebettet in die freie Natur direkt unter dem Plettenberg. Wenn die Sicht frei ist, sehen die Hausener von der Kirche aus auf den Steinbruch. Gestern allerdings war der Blick zum Plettenberg wolkenverhangen
Das Dorf Hausen am Tann liegt idyllisch eingebettet in die freie Natur direkt unter dem Plettenberg. Wenn die Sicht frei ist, sehen die Hausener von der Kirche aus auf den Steinbruch. Gestern allerdings war der Blick zum Plettenberg wolkenverhangen Foto: Rosalinde Conzelmann

Hausen a.T., 21.01.2015

Die Furcht vor dem Abbau

Ratshausener und Hausener halten ein Auge auf den Plettenberg

Die jetzt bekannt gewordenen weiteren Abbaupläne für den Plettenberg treiben die Hausener Bürger um. Zumal sie seit Jahren die Sprengarbeiten im Steinbruch hautnah mitbekommen.

Der Plettenberg liegt zwar auf Gemarkung Dotternhausen, für die Ratshausener und Hausener ist er aber ebenso ihr Hausberg. Wenngleich besonders in Hausen die Beziehung sehr ambivalent ist, weil der Abbau negative Auswirkungen auf das kleine Dorf hat. Bürgermeister Heiko Lebherz weiß ein Lied davon zu singen. Das Thema Entwässerung des Plettenberg-See-Wassers in den Waldhausbach auf Hausener Gemarkung hat ihn letztes Jahr intensiv beschäftigt. Hier wurde nun eine Lösung gefunden. „Die Wasserqualität wird regelmäßig überprüft und bei drohendem Hochwasser kann der See mit einem Schieber zugemacht werden“, sagt Lebherz.

Die Entwässerung ist die eine Sache, die Sprengarbeiten im Steinbruch die andere, die in Hausen weit mehr für Verärgerung sorgt. Hier ist Holcim informiert, sagt Lebherz und reagiere auch auf die Beschwerden. So seien beispielsweise die piependen Geräusche der Laster beim Rückwärtsfahren im Steinbruch abgestellt worden. Trotzdem gibt es immer wieder Klagen über die Sprengungen, die je nach Windrichtung deutlich zu hören seien. Schlimmer sei aber, dass es seitens einiger Hausbesitzer Befürchtungen gibt, dass die Erschütterungen zu Schäden an den Gebäuden führen würden. Um hierüber gesicherte Ergebnisse zu bekommen, zeichnet ein Seismograph seit ein paar Wochen die Bodenerschütterungen auf. „Wenn erste Ergebnisse vorliegen, werden wir diese mit Holcim besprechen“, sagt Lebherz, der in dieser Sache auch im Kontakt mit dem Landratsamt steht. Von der Behörde erwartet er sich fachliche Unterstützung.

Die Informationsveranstaltung am Donnerstag sei eingeschlagen wie ein Bombe. „Viele haben erst aus dem ZOLLERN-ALB-KURIER erfahren, dass sich ihr Hausberg im nächsten Jahrzehnt radikal verändern soll und haben mir besorgt angerufen“, sagt Lebherz, der die Ängste versteht.

Als Bürgermeister beider Dörfer sind ihm folgende Punkte wichtig: „Es geht um den Naturschutz und die Naherholung. Durch die Sprengungen dürfen die Bürger keine Nachteile haben.“ In der Vergangenheit hat es immer wieder Erdrutsche auf der Gemarkung beider Gemeinden gegeben. „Diese Rutschungen dürfen nicht weiter negativ beeinflusst werden“, betont Lebherz, der noch die Plettenbergquelle mit ihrer Topwasserqualität anführt. „Auch hier darf es keine Beeinträchtigungen geben.“

Wie geht es nun weiter? Gemeinsam mit den Bürgern will sich Lebherz im Dialog mit seinem Gemeinderat, dem Landratsamt und Holcim für die Interessen beider Gemeinden einsetzen.

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