Benno Schlagenhauf
Für zak.de berichtet ZAK-Redakteur Benno Schlagenhauf auch live vom Ort des Geschehens.
Für zak.de berichtet ZAK-Redakteur Benno Schlagenhauf auch live vom Ort des Geschehens. Foto: Michael Würz
Für zak.de berichtet ZAK-Redakteur Benno Schlagenhauf auch live vom Ort des Geschehens.
Für zak.de berichtet ZAK-Redakteur Benno Schlagenhauf auch live vom Ort des Geschehens. Foto: Michael Würz

Zollernalbkreis, 28.11.2014

Online gibt es keinen Redaktionsschluss

ZAK-Redakteur Benno Schlagenhauf über die Zukunft des Lokaljournalismus und seine persönliche Lieblingsgeschichte

Multimediale Erzählformen, soziale Netzwerke, Debatten mit der Redaktion – der digitale Wandel bringt für Zeitungsleser spannende Neuheiten. Doch auch das Berufsbild des Journalisten wandelt sich. 

Wenn Benno Schlagenhauf Frühdienst hat, ist er meistens der Erste, der beim ZAK morgens das Verlagshaus betritt. Nach Stationen in Sport- und Lokalredaktion ist der 23-jährige Kollege in diesem Jahr in der Onlineredaktion unserer Zeitung angekommen. „Online gibt es keinen Redaktionsschluss“, sagt der Jungredakteur. „Auf zak.de berichten wir immer aktuell, ob früh morgens oder spät abends.“ Doch nicht nur das: Im Netz verschmelzen auch die klassischen Medien. Die Grenzen zwischen Radio, Fernsehen und Zeitung schwinden, die traditionellen Marken wandeln sich zu multimedialen Medienhäusern.

Benno Schlagenhauf begeistert sich vor allem für die vielfältigen Möglichkeiten, mit denen Geschichten im Netz erzählt werden können. Er steckt beispielsweise hinter unseren interaktiven Landkarten, wie wir sie auf zak.de beim Blitzmarathon oder unserer Berichterstattung über Unfallschwerpunkte im Zollernalbkreis eingesetzt haben. „Als Technikjunkie probiere ich gerne neue Dinge aus“, erzählt er. Der 23-jährige Onlineredakteur ist sicher: „Journalisten müssen für neue Entwicklungen offener sein als je zuvor.“ Für Schlagenhauf ist das kein Problem; er hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Doch er weiß auch: Redakteure werden in Zukunft noch mehr als früher vor der Herausforderung stehen, Berufs- und Privatleben zu trennen. In der Onlineredaktion zu arbeiten, bedeutet für unseren Jungredakteur, unmittelbar Rückmeldungen auf Artikel zu bekommen. „Ich weiß sofort, wie meine Artikel draußen ankommen“, plaudert der junge Redakteur aus dem Nähkästchen. Das bedeute aber auch, dass Journalisten mehr Kritik als früher aushalten müssen. „Natürlich gibt es im Netz sogenannte Trolle, die bei jedem Thema auf den Plan treten und vor allem stänkern wollen“, sagt Schlagenhauf.

Doch häufig entstünden durch den direkten Kontakt zu den Lesern auf zak.de oder bei Facebook gute Geschichten, die es sonst nie ins Blatt geschafft hätten. Auch die Lieblingsstory des jungen Redakteurs ist so eine Geschichte, die ohne das Internet nie geschrieben worden wäre. Nachdem wir nach dem Einzug der deutschen Nationalmannschaft ins Finale der Fußball-WM Stimmen mit der Videokamera eingefangen hatten, flogen einem Fan schnell die Herzen zu. Atta Ullah Virk, Asylbewerber aus Pakistan, outete sich in unserem Video in der Balinger Innenstadt als begeisterter Thomas-Müller-Fan. Dank Virks sympathischer Art verbreitete sich das Video rasend. Kurze Zeit später meldete sich der FC-Bayern-Fanclub Isingen/Heiligenzimmern bei uns in der Redaktion, um Atta Ullah Virk seinen Traum zu erfüllen: Der Fanclub nahm ihn mit in die Allianz-Arena, wo Thomas Müller gegen Paderborn auf dem Platz stand. Benno Schlagenhauf fuhr mit; herausgekommen ist eine ganzseitige Reportage im ZOLLERN-ALB-KURIER, die viele unserer Leser begeisterte. „Ein schönes Beispiel, wie sich Onlinejournalismus und die klassische Zeitung gut ergänzen können“, sagt Schlagenhauf.

Die Arbeit in der Onlineredaktion sei mitunter aufregend, insbesondere wenn auf aktuelle Ereignisse reagiert werden müsse. „Wir berichten manchmal live vom Ort des Geschehens, das ist mit der bisherigen Arbeit von Lokalredakteuren nicht vergleichbar“, berichtet unser junger Reporter. Dass es Online keinen Redaktionsschluss gibt, habe aber auch Vorteile. „Wenn die Kollegen abends von einem wichtigen Termin kommen, der noch in die Zeitung muss, haben sie großen Stress, um ihren Artikel pünktlich vor Andruck fertig zu bekommen“, erklärt Schlagenhauf. „Online-Artikel müssen nicht in die Druckerei, da haben wir auch mal ein paar Minuten mehr Zeit als die Printkollegen.“

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Kommentare unserer Leser

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Die Leser sind auch nicht doof

Nicht jeder, der kristisiert, ist ein Troll. Die Zeiten, in denen das, was in der Zeitung steht, für bare Münze genommen wird, sind vorbei und das ist gut so.

Lisa Witsch am 29.11.2014 07:14:44

Passt auf Euch auf!

Obigen Artikel lese ich jetzt, am Tag der Veröffentlichung gegen 23:00 Uhr als online-neu. Das heißt, dass ganz offensichtlich einer oder mehrere, die jetzt eigentlich entweder Schicht fahren (real wohl eher nicht), oder längst schon Feierabend haben (sollten), immer noch beruflich (online) zu Gange sind. Ich bin's auch, aber im Gegensatz zu den Zeitungsleuten, freiwillig und als Teil meiner Freizeit-Aktivitäten.

Passt auf Euch auf, Ihr redaktionellen Onliner! - Diesem Mahnruf ist weit mehr eigen, als - berechtigter - Hinweis auf Tarif-/Entlohnungs-Problematik. Es geht um Sie, um Euch selbst und Eure Arbeitsfähigkeit. Auf der Schiene der Online-Lust fährt ganz unvermeidlich auch Not und Last der - beruflichen - Überforderung mit! - Wenn Eurem Verleger und Arbeitgeber an guter journalistischer Arbeit und am Wohlergehen seiner Mitarbeiter liegt, nimmt er Euch gegebenenfalls Video-Kamera, Tablett und Desktop zeitweise aus der Hand. Beschränkt Euch also um Eurer selbst und der Leserschaft willen selbst, bevor der Chef es tun muß, oder krankheitsbedingt dann auch mal der Arzt, weil Ihr ausgepowert und krank geworden seid.

Mit wohlwollend-freundlichem Gruß.

Aniela Schneider am 28.11.2014 23:27:33

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