Winterlingen geht mit gutem Beispiel voran

Gemeinderat und Verwaltung bringen bahnbrechende Kinderbetreuung auf den Weg

Winterlingen, 08.12.2010 von Bianka Roith

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Es war eine recht schwere Geburt, doch was noch vor kurzem keiner für möglich gehalten hätte, ist jetzt geschafft: Winterlingen hat für die kommenden Jahre die Weichen gestellt für die Kinderbetreuung.

Bereits vor zwei Jahren setzten sich die Winterlinger Gemeinderäte mit der Verwaltung bei einer Klausurtagung zusammen, um das Thema zu beraten und abzuklopfen, wie man ab dem Kindergartenjahr 2013/2014 den geltenden verbindlichen Rechtsanspruch für die Betreuung der Null- bis Dreijährigen begegnen könnte.

Doch das Ganze führte zunächst in eine Sackgasse, da sich die Räte von den Vorschlägen der Verwaltung eher überfahren fühlten. In einer weiteren Runde zurrten die Räte ein Betreuungskonzept fest, das sich noch vor zwei Jahren keiner je hätte vorstellen können. Denn es wird nicht nur die Kinderkrippe gebaut, sondern es werden auch Abstriche gemacht, um das Optimum für die jüngsten Bürger zu schaffen.

In der Sitzung musste sich die Verwaltung mit Bürgermeister Michael Maier aber noch einmal Kritik anhören, da bisher noch nichts mit den staatlichen Behörden abgestimmt sei. Michael Maier versprach, sich umgehend darum zu kümmern. Aber Landrat Pauli wisse Bescheid, ebenso Sozialdezernent Eberhard Wiget.

Letztendlich stimmten auch alle Skeptiker dem neuen, bahnbrechenden Konzept zu und es gab Lobesworte für die „zukunftsträchtige, in sich schlüssige Planung“ der Kindergartenlandschaft. Die eingefrorenen Gelder für die Projekte „Integrative Kinderkrippe Friedrichstraße 53“ und die Sanierung der Friedrichstraße sind wieder freigestellt und die Kinderkrippe mit integrativem Ansatz beschlossene Sache. Gegenüber der ursprünglichen Planung wird die Krippe um drei zusätzliche Gruppen für Kinder bis zum Schuleintritt erweitert. So wird eine fünfgruppige Einrichtung geschaffen, in der die gesamte Bandbreite an aller Betreuungsformen angeboten werden kann. Auch Kinder mit Behinderung können aufgenommen werden.

Dafür wird die Behindertenförderung Zollernalb als Betriebsträger mit ins Boot geholt. Der sanierungsbedürftige Kindergarten Gartenstraße in Winterlingen wird geschlossen. Damit spart sich die Gemeinde zirka 150 000 Euro Sanierungskosten. Hinzu kommt ein Grundstückserlös von 88 000 Euro. In einem zweiten Bauabschnitt soll die Ganztagsbetreuung für Ü3-Kinder einschließlich der beiden altersgemischten Gruppen integriert werden. Die Investitionskosten für die Kinderkrippe liegen bei insgesamt rund 1,02 Millionen Euro, hinzu kommen rund 1,03 Millionen für den zweiten Bauabschnitt. An Zuschüssen gibt es für Bauabschnitt eins eine Fachförderung von 240 000 Euro und 450 000 Euro aus dem Ausgleichstock. Geplant sind für Bauabschnitt zwei weitere 450 000 Euro aus dem Ausgleichstock. Um neu verhandeln zu können, werden darüber hinaus die Kindergartenverträge mit der evangelischen Kirche Winterlingen und der katholischen Kirchengemeinde Harthausen zum 31. Dezember 2011 gekündigt.

Grünes Licht gab es vom Gemeinderat zudem für die Umstrukturierungspläne im katholischen Kindergarten Harthausen. Die Kleingruppe soll um eine altersgemischte Gruppe aufgestockt werden. Dafür wird eine Halbtagskraft eingestellt. Der Rat votierte schließlich für den Antrag von Gemeinderat Robert Kromer, diese Lösung befristet bis 31. Dezember einzuführen und dann eventuell eine Tagesmutter einzustellen, die sich in Harthausen in einer Halbtagesgruppe um die Kinder kümmert.

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