Anlieger brauchen langen Atem
Die Sanierung des Erzinger Wegs zieht sich bis ins Frühjahr hin
Balingen-Endingen, 04.12.2010 von Hannes Mohr
Der Erzinger Weg war bei Pendlern aus Frommern und Weilstetten, die auf die B 27 in Richtung Rottweil müssen, oder umgekehrt, als Abkürzung sehr beliebt (wir berichteten) – zum Leidwesen der Anlieger. Dieses Problem war der Grund für die Stadt, tätig zu werden. Um das hohe Verkehrsaufkommen zu unterbinden, beschloss der Gemeinderat die komplette Straße umzubauen und gleichzeitig zu sanieren. Am Ende soll eine unechte Einbahnstraße und ein verkehrsberuhigter Bereich entstehen .
Nach dem Umbau werden es die Anlieger ruhiger haben, denn in Zukunft darf man nur noch von der Lehrstraße aus hindurch fahren – und das lediglich mit Schrittgeschwindigkeit. Kommt man von der anderen Seite, ist spätestens an der Apotheke Schluss. Die Ausbaupläne sehen auch einen Gehweg vor, der bislang fehlte.
Trotz der guten Aussichten, macht die Baustelle den Anliegern derzeit wenig Freude. Denn die Arbeiten dauern voraussichtlich noch einige Monate. „Es wird wohl Frühjahr“, sagt Eduard Köhler, Leiter des Tiefbauamts. Dafür gibt es zwei Gründe: Es wurde später angefangen als geplant und der frühe Winter stoppt die Bauarbeiten. Einen genauen Termin konnte Köhler nicht nennen. Die Verspätung erklärt er mit dem Vorrang anderer Baustellen. Denn der Erzinger Weg habe nicht „die Verkehrswichtigkeit wie andere Projekte“. Aber die provisorische Fahrbarkeit sei ja gegeben.
Die anliegende Apotheke beklagt sich derweil über das Parkplatzproblem. „Man ist total machtlos“, meint Jutta Scheuerle, Inhaberin der Apotheke, die auch über Umsatzeinbußen klagt. Auch zu Fuß wäre es schlimm, gerade für Mütter mit Kinderwägen – keine seltene Kundschaft mit dem Ärztehaus in der Nachbarschaft.
Angela Häfner-Vincon, anliegende Frauenärztin, erzählt von den Klagen ihrer Patienten. Auch sie hätten das Parklatzproblem. Die privaten Stellplätze der Frauenärztin seien nicht anfahrbar. So müsse man weiter weg parken – und die Baustelle würde den Weg zu Fuß nicht gerade erleichtern. Grundsätzlich findet sie aber den Umbau gut, den die Sanierung sei dringend nötig gewesen. „Bei der Planung hapert’s aber“, kritisiert sie.
