„Orgel ist unersetzlich“

INTERVIEW

Ostdorf/Geislingen, 04.12.2010

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Generationenwechsel an den evangelischen Kirchenorgeln in Ostdorf und Geislingen. Der erst 17-jährige Andreas Jenter tritt die Nachfolge des scheidenden Organisten Michael Nentwich an.

Wenn am 3. Advent in der Ostdorfer Kirche Michael Nentwich verabschiedet wird, endet eine fast 32-jährige Organistenzeit in der Kirchengemeinde Ostdorf. Bereits im vergangenen Jahr hatte Nentwich seine Ostdorfer Dirigententätigkeit beendet. Mit Andreas Jenter wird vom 1. Januar an nun ein erst 17-jähriger in Nentwichs Fußstapfen treten. „Er ist der jüngste Organist im gesamten Kirchenbezirk mit einer festen Anstellung“, wie Pfarrer Johannes Hruby gegenüber dem ZAK nicht ohne Stolz vermerkt. Jüngst hat Jenter dem Gemeindebrief der Kirchengemeinde Ostdorf & Geislingen Rede und Antwort gestanden und dabei über sich und das Orgelspielen folgendes gesagt:

Was hat Sie gereizt, sich auf die Organistenstelle zu bewerben?

ANDREAS JENTER: Seit vier Jahren habe ich sehr viel Spaß daran, Orgel zu spielen. Diese Organistenstelle ist die Möglichkeit, meine eigenen Fähigkeiten im Orgelspiel zu erweitern. Außerdem ist der Klang der Orgel in Ostdorf sehr schön.

Sie spielen seit vielen Jahren Klavier und Orgel. Wie haben Sie die Liebe zum Tasteninstrument entdeckt?

JENTER: Die Liebe zum Tasteninstrument ist bei mir die Möglichkeit, nicht nur eine Stimme, sondern mehrere Stimmen gleichzeitig spielen zu können. Die Liebe zum Klavier habe ich durch meinen Vater gelernt, der selbst Klavier spielte. Die Liebe zur Orgel entstand während eines Orgelkonzertes in der Balinger Stadtkirche, woraufhin ich begann, Orgel zu lernen.

Sie haben auch als Sänger langjährige Chorerfahrung. Was bedeutet für Sie das Singen in einem Chor und in welchen Chören sind Sie aktiv?

JENTER: Singen ist für mich Abschalten, das Aussetzen vom Alltag. Im Singen konzentriere ich mich nur auf die eigene Stimme und die Musik, die ich singe. Der Gesang ist sehr wichtig für mich, deshalb singe ich in mehreren Chören: In der Ev. Kantorei Balingen, im Oberstufenchor des Gymnasiums Balingen, im Gospelchor Bisingen und im Landesjugendgospelchor GOSPELICIOUS.

Welche Musik hören und spielen Sie gerne? Bevorzugen Sie eine bestimmte Musikrichtung?

JENTER: Ich mag alle Musikrichtungen, ich höre jede Richtung gerne mal an, von Klassik bis zur heutigen Musik. Am liebsten höre ich aber Gospel, Klassik, Rock und die Musik der 80’er und 90’er.

Spricht die Orgel heute noch die jungen Leute an? Müsste nicht die Orgel durch eine Band im Gottesdienst ersetzt werden, um die Jugend zu erreichen?

JENTER: Die Orgel darf nicht ersetzt oder ausrangiert werden. Für die Orgel gibt es nicht nur diese übliche Musik (von der man klischeehaft ausgeht), sondern auch moderne, rhythmische (Pop-)Orgelliteratur. Diese Literatur spiele ich bisher schon oft im Gottesdienst, mit großem Erfolg bei Jung und Alt. Orgelmusik muss nicht nur langsam und romantisch, sie kann auch rhythmisch und poppig sein!

Mit welchen Hobbys gestalten Sie Ihre Freizeit?

JENTER: Die vorherigen Fragen zeigen, dass die Musik eine große Rolle in meiner Freizeit einnimmt. Dennoch unternehme ich gerne etwas mit Freunden, ich schwimme gern und arbeite tatkräftig in der SchülerMitVerantwortung, kurz SMV und bei zahlreichen Aktionen am Gymnasium Balingen mit.

Schade

Ein typischer Beweis dafür dass es in kirchlichen Kreisen wohl mehr um das pflegen einer Tradition geht als um lebendigen und leidenschaftlichen Glauben an Jesus Christus.
Es ist wohl unserem Wohlstand zu verdanken, dass unaufgebbare Glaubensfundamente vernachlässigt werden und stattdessen eine Oragel als unersetzlich gilt.

Schade dass es soweit kommen muss!
Ch am 16.04.2011 19:01:26
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