Albstadt-Ebingen, 29.11.2010

Volksfest im Recyclingwerk

Die Familie Korn feiert drei Tage lang und sagt Danke für den Rückhalt

Volksfest im Recyclingwerk
Fast auf den Tag 13 Monate ist es her, dass ein Großbrand einen Teil der Firma Korn in Schutt und Asche legte. Am Wochenende nun feierte die Familie Korn das Fest des Phönix. Und Heerscharen kamen.

Wer am vergangenen Wochenende durch die neue, gigantische Produktionshallen der Ebinger Firma Recycling Korn „wanderte“ – der Ausdruck ist treffend – weiß nun, wie sich wohl Charly Chaplin in „Moderne Zeiten“ gefühlt haben muss: Ein für Laien wirres „Durcheinander“ von unzähligen Rohren, 1,4 Kilometer Förderbändern, Hunderten Treppenstufen, Stegen, Schlundten und Schächten in industriegrau und „Korn“-orange wächst zusammen zu einem stählernen Koloss, dessen Ausmaße unvorstellbar sind...

Es ist die modernste Recycling-Anlage der Welt. In einem Fabrikhangar, in der jeder Arbeiter im Größenvergleich zur Ameise mutiert. Zirka 170 Einfamilienhäuser könnten die neuen Hallen „Unter dem Malesfelsen“ beherbergen. Die Familie Korn investierte rund 17,5 Mio Euro – weniger für einen Weltrekord, der ist schöne Nebensache, als vielmehr in den Standort Albstadt. Den traditionellen Firmensitz seit über drei Jahrzehnten; hier in Ebingen, wo die 52 „Kornianer“, wie es Gastredner Willi Stadler schmeichelnd formulierte, trotz Großbrandes und der Probleme im Nachklang allesamt ihren Arbeitsplatz behalten konnten. Im Gegenteil: „Blick nach vorn und stärker als zuvor“, verspricht Geschäftsführer Markus Korn am Rednerpult. So sollen bis Ende 2011 weitere fünf Arbeitsplätze hinzu kommen.

Viele Gründe zur Freude. Drei Tage lang feierte man deshalb gebührend ein Comeback, nachdem das Feuer des 1.11.2009 nicht nur einen Traum und Lebenswerk zerstörte, sondern auch entmutigte und an unternehmerischen Kräften zehrte. Doch die Korns wären nicht Unternehmer von altem schwäbischen Schlage, hätten sie trotz des verheerenden Dramas nicht in die Hände gespuckt und mit beispielloser Tatkraft teils von vorn begonnen. Und genau so, wie der damalige November-Sonntag in die Firmengeschichte eingegangen ist, so stehen die drei vergangenen Tage nun ebenfalls in den Betriebs-Annalen. Auch als Wochenende des Dankes der Familien Korn. Galt dieser am Freitag, wie berichtet, den über 500 Helfern während der Brandkatastrophe, so stand am Samstag der offizielle Festakt mit den Geschäftspartnern, Handwerkern und Ehrengästen im Kalender. Und die ausgesprochen heimatliche Verbundenheit zu den Bürgern, die vielfach öffentliche Anteilnahme nach dem Brand dokumentierten, unterstrich die Familie Korn gestern beim Tag der offenen Tür. Jeder war willkommen.

Wohl einige Tausend kamen, um auf einem Teil des insgesamt ein Kilometer langen Pfades, treppauf-treppab, von tief unten bis unter die Decke, quasi mitten durch die Hightech-Recycling-Anlage zu spazieren und in Augenschein zu nehmen. Natürlich im Stillstand; bislang gab es nur Probeläufe, erst heute geht die Maschine in Betrieb.

Flankiert wird dieses Herzstück von ausgeklügelter Brandschutztechnik, die alles abdeckt und erlaubt, was heutzutage überhaupt machbar ist. Mehr geht nicht, sagt der Chef. Ein plakatives Beispiel liefert Alexander Korn in seiner Betrachtung mit: „Das Löschvolumen beträgt 20 000 Liter pro Minute.“

 

Ein Wunderwerk der Technik – Und obendrein nachhaltig und ökologisch

Weltweit erstmals im Einsatz ist die Technik in der neuen Produktionshalle von Korn. Das erläutert Willi Stadler von der gleichnamigen Anlagenbaufirma. Zwar gäbe es noch etwas größere Anlagen, aber auf dem gesamten Globus de facto keine zweite, die mit der Qualität des „Korn“-Recycling-Giganten konkurrieren könne.

Noch ein Rekord? „In nur drei Monaten haben die Stadt Albstadt und das Landratsamt eine Baugenehmigung aus dem Hut gezaubert“ freut sich Erster Bürgermeister Rainer Mänder, der in seinem Grußwort der Familie Korn beispiellose Entschlossenheit in schwersten Stunden attestiert.

Drei Millionen Liter Erdöl sparen die 4000 Tonnen Sperrmüll, welche pro Jahr im Landkreis anfallen und bei Korn zu Ersatzbrennstoffen recyclet werden. Mit diesem Zahlenspiel wertschätzt Erster Landesbeamter Mathias Frankenberg als Vertreter von Landrat Pauli die Verbundenheit der Kreisbehörde zur Ebinger Firma.

Auf dem Reisbrett realisiert wurde die neue Anlage von Michael Sieber (Tragwerksplanung Straßberg), der natürlich ebenfalls einen Gruß an die Festgäste richtet. vb.

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