13.11.2010

Leserbrief

Zur Diskussion um Stuttgart 21

Wäre andere Lösung nicht besser für unsere Region?

Das Projekt Stuttgart 21 bringe für den Zollernalbkreis erhebliche Vorteile, wird immer wieder behauptet. Ein Argument lautet, dass die Fahrzeit mit der Bahn nach Stuttgart wesentlich verkürzt wird. Voraussetzung dafür ist, dass die Bahnstrecke Tübingen – Albstadt elektrifiziert wird, damit ohne Umsteigen direkt in den neuen Tunnelbahnhof gefahren werden kann, dieselgetriebene Fahrzeuge wie der vorhandene Neigetech-Zug haben dafür keine Erlaubnis. Für diese Elektrifizierung ist bis jetzt keine Planung vorhanden oder finanzielle Mittel bereitgestellt. Umwelt und Verkehrsministerin Tanja Gönner drückt das so aus: „Da sind wir noch nicht so weit wie bei der Südbahn.“

Die Kosten für Stuttgart 21 haben sich nahezu verdoppelt, an der Elektrifizierung der Südbahn (Ulm– Friedrichshafen– Lindau) und an dem Ausbau der Gäubahn beteiligt sich das Land Baden-Württemberg mit dreistelligen Millionenbeträgen, die Ammertalbahn und Tübingen– Horb sollen ebenfalls elektrifiziert werden, da bleibt für die Zollern-Alb-Bahn wohl nichts mehr übrig! Das bedeutet, dass wieder in Tübingen umgestiegen werden muss, also eine wesentliche Verschlechterung des Angebots zu erwarten ist.

Ein weiteres Argument: die Anbindung an den Flughafen Echterdingen sei schneller, er sei leichter zu erreichen. Mag sein, aber das hat die Konsequenz, dass noch mehr Fluggäste in Echterdingen abfliegen und ankommen werden, was vom Geschäftsführer der Flughafen Stuttgart GmbH, Prof. Georg Fundel, vehement angestrebt wird. Als es um den Bau einer zweiten Startbahn in Echterdingen ging, wurde damals argumentiert, dass der Flughafen an seiner Kapazitätsgrenze sei. Wenn jetzt durch die bessere Anbindung noch mehr Flüge notwendig sind, dann muss doch eine zweite Startbahn gebaut werden. Anscheinend ist das so politisch gewollt.

Ein drittes Argument: die Attraktivität der Schiene wird mit Stuttgart 21 wesentlich erhöht, damit werden viele aus unserer Region vom Auto auf die Bahn umsteigen (was gut wäre). Nur wird gleichzeitig der durchgängige vierspurige Ausbau der B 27 von Balingen bis Stuttgart gefordert und auch gebaut, parallel zur Schiene also die Kapazität der Straße deutlich erhöht. Abgesehen davon, ob dieser parallele Ausbau zweier Verkehrsträger volkswirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist, das Umsteigen vom Auto auf die Bahn wird so nicht gefördert.

Ich bin der Meinung, dass die politischen Entscheidungsträger in unserer Region sich genau überlegen sollten, ob sie weiterhin so hinter Stuttgart 21 stehen oder ob eine andere Lösung für unsere Region doch besser wäre.

Klaus Weible Rottenburger Str. 5, Balingen

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Stuttgart 21.

Kommentare unserer Leser


wie schon mal gesagt:

In aller Kürze nur ein link:

http://www.zak.de/artikel/97802/-Zum-Balinger-Schwabenstreich-
von RL am 15.11.2010 12:42:07