Das Wir-Gefühl verleiht den Balinger Korbjägern Flügel
Balingen, 11.11.2010 von Michael Schneider
Die Erfolgsstory der Balinger Korbjäger hält an. Nachdem der Basketball-Abteilung vor rund zweieinhalb Jahren neues Leben eingehaucht wurde, geht es steil bergauf. Obwohl der TSG mit ihrem Coach Jan von Berg erst in der Vorsaison der Aufstieg in die Bezirksliga gelang, stehen die Kreisstädter nach vier Siegen aus vier Partien nun erneut an der Spitze des Tableaus.
„Dass es so gut läuft, hat drei Gründe“, analysiert Abteilungsleiter Nico Schröder den Saisonstart: „Unser Wir-Gefühl macht uns stark. Wir bringen mit acht Nationen einen bunten Mix aus Spielern unter einen Hut und bilden dennoch eine sehr homogene Einheit. Zweitens sind wir den anderen Mannschaften längenmäßig weit überlegen. Im Schnitt waren wir in den ersten Spielen knapp zwölf Zentimeter größer als die Gegner. Das macht sich dann besonders unter dem Korb bemerkbar. Zudem wurden unsere Neuzugänge Josip Tomic, Martin Scheuring, Michael Plesse und Jonathan Apasu, welche allesamt höherklassige Erfahrung mitbrachten, ohne Probleme in unser Team integriert.“ Gerade Tomic, der vom Landesligist Heiterbach kam und dort zuletzt Top-Scorer war, konnte die hohen Erwartungen bislang zweifelsfrei erfüllen und ist mit 75 Punkten aktuell bester Werfer seiner Truppe.
Am ersten Spieltag ließ das von Berg-Ensemble der TSG Reutlingen 2 bei einem beeindruckenden 93:35-Sieg nicht den Hauch einer Chance, es folgten ein 92:74 gegen den Tabellenzweiten, ESV Südstern Singen, ein 96:66 gegen den drittplatzierten TSV Rottweil und zuletzt ein knappes 91:87 beim VfL Sindelfingen. „Die ersten drei Duelle haben wir klar dominiert. Gegen Sindelfingen war es bis acht Minuten vor Schluss noch sehr ausgeglichen. Dann erhöhte die Mannschaft das Tempo und gewann am Ende verdient“, erinnert sich Schröder, der beim VfL auf Routinier Monsef Dokni verzichten musste: „Monsef war schon im vergangenen Jahr Garant für unseren Aufstieg und ist auch jetzt wieder sowohl in der Defensive als auch in der Offensive der Kopf der Mannschaft.“ Dokni gelangen in seinen bisherigen drei Partien durchschnittlich 20 Punkte, damit hat der 33-Jährige die beste Wurfquote aller Kreisstädter. Beim VfL kompensierte die TSG den Ausfall ihres Ideengebers mit einer kompakten Mannschaftsleistung. In der Ausgeglichenheit des Balinger Kaders sieht Schröder einen weiteren Vorteil gegenüber den Titelkonkurrenten: „Andere Teams haben oft nur zwei, drei Spieler, die für nennenswerte Aktionen zuständig sind. Wir haben aber fünf, sechs Jungs, die regelmäßig zweistellig punkten können.“
Dank des furiosen Saisonstarts blickt Schröder voller Zuversicht den nächsten Wochen entgegen: „Man kann schon jetzt sagen, dass der Aufstieg in die Landesliga auf jeden Fall möglich ist. Wir haben in Singen und in Sindelfingen gewonnen, das sind für mich eigentlich unsere größten Kontrahenten. Die Mannschaft darf sich allerdings nicht zu sicher sein und muss auf dem Boden bleiben. Sie kann sich momentan nur selbst schlagen.“
An diesem Sonntag macht sich die TSG auf die Reise zum TuS Metzingen, Tip-off gegen den Tabellenfünften ist um 17 Uhr.
