Im zweiten Anlauf: Biber weicht dem Wasserstrahl
Kanalspülung bringt den erhofften Erfolg – Der kleine Baumeister hat sein gemütliches Heim verlassen
Albstadt-Ebingen, 09.11.2010 von Dagmar Stuhrmann
Dabei hatte er es sich in dem Regenwasserkanal am Onstmettinger Ortsrand doch so exzellent eingerichtet, hatte Futtervorrat „gebunkert“ und sich in einem Schacht ein trockenes Holz-Ruhelager gebaut. Dumm nur, dass der Kanal in Betrieb ist und der fleißige Biber mit seiner Bauleidenschaft Hochwassergefahr heraufbeschworen. Deshalb, haben die offiziellen Stellen beschlossen, sollte er zum Umzug bewegt werden (wir berichteten). Unweit seiner bisherigen Behausung gibt es einen stillgelegten Kanal, wo er einziehen könnte...
Gestern war es soweit: Per Kanalspülung wurde der Biber aus dem Rohr geschwemmt. Allerdings erst im zweiten Anlauf, nachdem ein Teil des Damms abgebaut worden war, um, zum Zwecke besserer Zugänglichkeit, den Wasserspiegel zu senken. Bei der ersten Spülung konnte das possierliche Tierchen dem Wasserstrahl geschickt ausweichen und sich in seinen Schacht flüchten. Doch nicht für lange, denn die nächste „Dusche“ folgte auf dem Fuß. Beim zweiten Mal klappte es und der Biber wurde – schwupps – aus dem Kanal in die Schmiecha geschwemmt, wo er sich schnell vondannen machte. Das Ganze verlief im übrigen gefahrlos für den kleinen Gesellen, denn die versammelten Spül-Experten dosierten den Wasserdruck entsprechend sanft. Um sicherzustellen, dass kein weiteres Mitglied der Biberfamilie in dem im Anschluss an die Aktion verschlossenen Kanal zurückgeblieben ist, wird Heinz-Dieter Wagner, ehrenamtlicher Biber-Beauftragter, in den nächsten Tagen das Umfeld der Biber-Bleibe und die Zugänge zum gefluteten Kanal im Auge behalten.
