Die TSG Balingen hat zuletzt den Vorwärtsgang eingelegt: Andreas Kohle (links) und dessen Teamkollegen sind seit acht Spieltagen unbesiegt. Am Samstag (Anpfiff 15.30 Uhr) gastiert der aktuelle Tabellenvierte beim Aufsteiger SV Linx, dem das Klischee einer Fahrstuhlmannschaft anheftet.
Die TSG Balingen hat zuletzt den Vorwärtsgang eingelegt: Andreas Kohle (links) und dessen Teamkollegen sind seit acht Spieltagen unbesiegt. Am Samstag (Anpfiff 15.30 Uhr) gastiert der aktuelle Tabellenvierte beim Aufsteiger SV Linx, dem das Klischee einer Fahrstuhlmannschaft anheftet. Foto: Moschkon.

Balingen, 29.10.2010

In Linx geht’s nicht mit links

Oberliga: TSG Balingen reist zum Aufsteiger in die oberrheinische Tiefebene

In Linx geht’s nicht mit links
SV Linx gegen TSG Balingen – dieses Oberliga-Duell steigt am Samstag (15.30 Uhr) zum allerersten Mal. Der aktuelle Tabellenvierte gilt beim -16. als Favorit. Doch an einen Selbstläufer glaubt deshalb keiner.

Den SV Linx auf seinen aktuellen 16. Rang und seine neun Punkte zu reduzieren, wäre fatal. Das weiß die TSG Balingen, die morgen beim südbadischen Verbandsliga-Meister ihre Visitenkarte abgeben muss. Klar: Die Gäste sollten nach acht Partien, von denen sie sechs gewannen und zwei unentschieden gestalteten, mit breiter Brust auflaufen. Aber nicht nur der Anstand gebietet den Respekt vor dem Gastgeber, sondern auch und gerade der Verlauf der aktuellen Saison – und zwar in Linx wie in Balingen.

Rückblende: Nach dem sechsten Spieltag belegte die TSG den vorletzten Tabellenplatz, hatte bis dahin erst einmal gewonnen und hielt nur deswegen die „Rote Laterne“ nicht in der Hand, weil das damalige Schlusslicht ASV Durlach einen Treffer weniger als die Balinger erzielt hatte. Und der SV Linx? Der war zeitgleich Achter, hatte zwei Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen auf seinem Konto stehen.

Seither hat sich einiges getan. Balingen startete seinen Erfolgslauf, Linx holte seit dem sechsten Spieltag nur noch einen Punkt. Auffallend: Meist unterlagen die Ortenauer sehr knapp und – schenkt man den Ausführungen in der dortigen Presse Glauben – auch ziemlich unnötig und unverdient. Beispiel Durlach: Dort setzte es zuletzt eine 1:3-Niederlage für die Elf von Trainer Dieter Wendling, der hinterher beklagte, dass die Feldüberlegenheit nicht in Tore umgemünzt wurde.

Die beiden bisherigen Saisonsiege des mittlerweile sechsmaligen Oberliga-Aufsteigers sind nicht von Pappe. Am ersten Spieltag zwang der SV Linx vor mehr als 1000 begeisterten Zuschauern den Regionalliga-Absteiger SSV Reutlingen mit 2:1 in die Knie, wenige Wochen später wurde mit dem FC Astoria Walldorf selbst der Titelanwärter Nummer eins in Schach gehalten (Endstand 1:0). Auch die Unentschieden in Kirchheim (2:2), Bahlingen (0:0) und gegen Hollenbach (1:1) sind aller Ehren wert. Kurzum: Mit Fallobst hat der SV Linx gewiss nichts gemein.

Das sieht auch Karsten Maier so: „Die Ergebnisse der Linxer drücken aus, dass sich die Mannschaft bislang unter Wert verkauft hat“, meint der Balinger Trainer, der einmal mehr ein Spiel auf Augenhöhe erwartet. Die Chancen stünden bei „50 zu 50“, glaubt Maier, der von seinen Schützlingen die bewährten Tugenden einfordert: Über 90 Minuten müsse man kompakt stehen, selbstbewusst auftreten und außerdem hungrig, zielstrebig und angriffslustig agieren. „Dann werden wir unsere Möglichkeiten bekommen“, ist der Coach überzeugt.

Am Kader-Puzzle muss Maier noch feilen, schließlich kehrten diese Woche mit Ümit Oytun und Nurrulah Güven zwei zuletzt angeschlagene Spieler in den normalen Trainingsbetrieb zurück. Auch der gegen Kirchheim (2:1) nicht berücksichtigte Brasilianer Clayton konnte diesmal in den Übungseinheiten überzeugen und dürfte zum Linx-Aufgebot zählen. Trotzdem ist nicht ausgeschlossen, dass der Tabellenvierte dieselbe Startformation wie in der Vorwoche ins Rennen schickt – zumal während der Partie ausreichend Zeit für nachträgliche Korrekturen bleibt.

Fans können im Mannschaftsbus mitfahren. Abfahrt ist morgen um 10.45 Uhr am Au-Stadion.

 

Der SV Linx und seine Auf- und Abstiege seit der Relegation 1987

Der SV Linx ist ein wahres Urgestein im oberen Amateurbereich. Die Fußballer aus der Ortenau zählen seit drei Jahrzehnten entweder zur Ober- (acht Spielzeiten bisher) oder Verbandsliga (22 Jahre), wobei natürlich auffällt, dass die Mannschaft sehr oft zwischen diesen beiden Klassen gependelt ist. Linx ist als Teilort von Rheinau in der oberrheinischen Tiefebene beheimatet und liegt damit direkt an der deutsch-französischen Grenze.

Die Südbadener stiegen schon sechs Mal (!) in die Oberliga auf – erstmals 1987 als Relegationssieger gegen den FC Tailfingen (1:0, 0:0) und letztmals in diesem Jahr als Meister der Verbandsliga Südbaden (mit 58 Punkten und 71:42 Toren). Diesen Titel holte sich der vom Fertighaushersteller Weber (Firmenchef Hans Weber ist auch Klubpräsident) finanziell unterstützte Verein auch schon in den Jahren 1993, 2003, 2005 und 2007.

Wie bei den regionalen Nachbarn in Kehl und Offenburg fällt auf, dass Linx etliche Kicker aus dem Nachbarland aufbietet: Fünf Franzosen stehen im Kader von Trainer Dieter Wendling. Bekanntester Akteur ist allerdings der Albaner Valon Salihu, der vor der Runde vom Offenburger FV verpflichtet wurde. Zudem eilt Cédric Stoll, Paul M’Bela, Nicolas Loison oder Fabian Heinz der Ruf voraus, dass sie durchaus noch höher spielen könnten.

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