Offene Türen für junge Leute
Ab sofort gelten flexiblere Öffnungszeiten für den Jugendraum in Heidenstadt
Nusplingen, 28.10.2010 von Helen Weible
Der Jugendraum in Heidenstadt existiert seit März diesen Jahres. Außer montags ist der Raum im Alten Schulhaus jeden Tag von 16 Uhr bis mindestens 21 Uhr für Jugendliche aus der Gemeinde geöffnet. Während der Sommerferien beschwerten sich einige Anwohner über die angeblich lautstark waltenden Besucher des Jugendraums in Heidenstadt. Seitdem sind die ehrenamtlichen Jugendbetreuerinnen Anita Stier und Waltraud Schinacher besonders wachsam. Sie schauten in letzter Zeit immer wieder nach dem Rechten und unterhielten sich intensiv mit den Jugendlichen.
„Wir schätzen die Jugendlichen als sehr umgänglich und verantwortungsbewusst ein“, brachten sie in der jüngsten Gemeinderatssitzung vor. Störungen wie jene in den Sommerferien seien nicht mehr vorgekommen. Bei der Gemeinde war in diesem Zuge angeregt worden, zwei Mitarbeiter des Diasporahauses einzustellen, die täglich mehrere Stunden Aufsicht über die Jugendlichen hätten. In der Sitzung waren sich die Gemeinderatsmitglieder darin einig, dass kein Bedarf an zusätzlichem Personal bestehe. Ferner wurde generell verlangt, dass die Öffnungszeiten des Jugendraums einzuschränken seien. Bürgermeister Alfons Kühlwein sprach sich für mehr Akzeptanz gegenüber der Jugendlichen aus, die wie ihre älteren Mitbürger ein Recht darauf besäßen, sich im Alten Schulhaus zu treffen. Denn auch der Bürgersaal befindet sich dort. „Es handelt sich hier um eine öffentliche Einrichtung, die von den Jugendlichen auch genutzt werden soll“, so der Bürgermeister. Deshalb wurde in der Gemeinderatssitzung beschlossen, die bisherigen Öffnungszeiten eher als Richtzeiten zu betrachten.
Niemand dürfe sich beschweren, wenn einmal später abgeschlossen werde. So verblieben die Gemeinderatsmitglieder in Übereinkunft mit den beiden ehrenamtlichen Betreuerinnen. Auch fasste die Runde den Entschluss, den Jugendraum freitags statt bis 23 Uhr, bis etwa 24 Uhr zu öffnen. „Es ist gerecht, freitags länger aufzulassen. Schließlich sind die Jugendlichen dort besser aufgehoben als sonst wo“, sprachen sich die Betreuerinnen für die Verlängerung aus. Auch befürwortet die Verwaltung, dass sich die Jugendlichen lieber im Jugendraum treffen sollen als in den sogenannten „Bauwägen“, wo es keine Aufsichtspersonen gebe.
