Strom muss teurer werden

Mittelständische Energieversorger fordern Unterstützung von der Politik

Albstadt-Ebingen, 16.10.2010 von Holger Much

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„Ja“ sagen die mittelständischen Energieversorger zum Energiekonzept der Regierung. Allerdings mit der Maßgabe, an 150 Einzelpunkten nachzuarbeiten. „Ja“ aber auch dazu: Strom muss teurer werden.

Der im Energiekonzept offenbarte politische Wille, erneuerbare Energien zu fördern, führt auch dazu, dass die EEG-Umlage, einer Art Ökosteuer auf Strom, um 70% steigt. Diese Steigerung schlägt sich wiederum deutlich im Strompreis des Kunden nieder.

Dennoch herrschte gestern Mittag in den Albstadtwerken überwiegend Konsens beim Treffen der kleinen und mittelständischen Energieversorger des Verbandes für Energie- und Wasserwirtschaft Baden-Württemberg (VfEW) mit dem energiepolitischen Sprecher der CDU, Thomas Bareiß. Gemeinsam tauschte man sich über das Energiekonzept des Bundesregierung aus, das, fasste Thomas Bareiß zusammen, die Richtlinien der Energiepolitik für die nächsten 40 Jahre festlegen will und dabei rund 60 Gesetze, Gesetzesänderungen und Verordnungen nach sich ziehen werde. Die mittelständischen Versorger bekennen sich generell klar zum Ausbau der erneuerbaren Energien wie Windkraft, Sonnenenergie oder Biogas:

„Wir sind froh über die Rahmenbedingungen des Energiekonzeptes“, formulierte Rudolf Kastner, Präsident des VfEW-Landesverbandes, stellte aber auch klar, an 150 Punkten gäbe es einiges nachzuarbeiten, um die Interessen der mittelständischen Energieversorger besser zu vertreten.

Frank Schöller, Vizepräsiden des VfEW und Vorsitzender des Lenkungskreises der mittelständischen Energieversorger forderte „messbare“ Unterstützung der Politik. Besonders bei den Kosten für den notwendigen Ausbau des Stromnetzes sehen die Energieversorger den Staat in der Pflicht, ihnen aus dem Topf für die Unterstützung regenerativer Energien ebenfalls Mittel zuzuweisen.

 

Förderung regenerativer Energie: Stromkunde zahlt die Zeche

Ökostrom kostet: Die Stromkunden müssen ab nächstem Jahr deutlich mehr für ihren Strom zahlen. Die so genannte EEG-Umlage, mit der jeder Verbraucher über seine Stromrechnung den Ausbau der erneuerbaren Energien automatisch mitbezahlt, steigt 2011 von bisher 2,05 Cent auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde. Die Steigerung der EEG-Umlage um 70 Prozent könnte für eine vierköpfige Familie jährliche Mehrkosten von bis zu 120 Euro im Jahr bedeuten. Der Staat fördert die regenerativen Energien und der Stromkunde zahlt die Zeche. Frank Schöller, Geschäftsführer der Albstadtwerke, versichert, dass die geltenden Treueverträge für die festgeschriebene Laufzeit ihre Gültigkeit behalten.

Der falsche Investor

Die Energiekonzerne sollten über ihre eigenen Gewinne den Ausbau der erneuerbaren Energien finanzieren. Die vorhandene Selbstbedienungsmentalität am Volke ist erschreckend. Der Strompreis wird wohl auch in Zukunft, nach Ausbau des regenerativen Energienetzes, nicht unter den heutigen Verbrachspreis sinken, um des Volkes Beitrag wieder nachvollziehbar zurückzuzahlen. Hier wird mal wieder mit einer Pseudorechnung abgezockt wo 's geht.
Nebenbei: Wenn wir jetzt bald alle mit den anschaffungsteuren Energiesparlampen kräftig Strom sparen, werden die Umsätze der Energiekonzerne in gleicher Höhe sinken. Jede Führungsebene in einem Unternehmen ist auf Ertragssteigerung aus. Was aber, wenn der Kunde weniger von seinem Produkt kauft? Dann machen wir es einfach teurer! So wird über kurz oder lang jeder Sparwille eines jeden von uns, durch steigende Preise kompensiert. Das dumme Volk zahlt ja alles...
Ingo am 16.10.2010 11:38:27
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