„Ich glaube denen nichts mehr“

Die städtische Hermann-Berg-Baustelle wird für Mieter Achim Wahr zum Ärgernis

Balingen, 07.10.2010 von Rosalinde Conzelmann

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Seit elf Jahren lebt Achim Wahr in einer Mansarde in der Hermann-Berg-Straße 15. Seit das städtische Gebäude umgebaut wird, gibt es Ärger. Der 44-Jährige fühlt seine Mieterrechte mit Füßen getreten.

Wahr hat all die Jahre neben dem Haus ein kleines Gärtle genutzt. Heute steht dort der Anbau für den neuen Kindergarten, auch die Erdgeschosswohnung ist zukünftig ein Domizil für Kinder. Er sei über die anstehenden Bauarbeiten informiert worden, sagt Wahr. Und habe seine Pflanzen und Sträucher ausgraben wollen. Was er auch dem Architekten mitgeteilt habe. Als die Bauarbeiten begannen, war er bei der Arbeit und sein Garten abends platt gemacht. „Niemand hat mich, wie versprochen, informiert“, sagt der Arbeiter, der nun den Gegenwert seiner Pflanzen von der Stadt zurückfordert. Wahr hält 450 Euro für eine realistische Zahl.

Das zweite Ärgernis ereignete sich wenig später: Wahrs Bücher und Schallplatten, die in einem Kellerraum standen, wurden bei einem Wasserschaden so stark beschädigt, dass sie unbrauchbar sind. Wahr taxiert den Wert auf ebenfalls 450 Euro und will auch diesen Betrag von der Stadt ersetzt haben. Zumal er „mit eigenen Augen gesehen“ habe, dass die Ursache für den Wasserschaden ein defekter Wasserschlauch gewesen sei, den die Handwerker benutzt hätten. Nachdem sein Anliegen „einfach ignoriert wurde“, schaltete Wahr einen Anwalt ein, der die Forderungen seines Mandanten erneut schriftlich vorbrachte.

Am 31. August wies die Stadt die Forderung rundum ab. In dem Schreiben, datiert vom 31. August, teilte die Verwaltung ihrem Mieter mit, dass in seinem Mietvertrag keine Gartennutzung festgeschrieben ist. Im übrigen sei die „betriebene Gartennutzung so unbedeutend, dass niemand auf den Gedanken kommen kann, dass hier eine wertvolle Anlage zerstört wurde“. Für den Wasserschaden machte die Stadt einen Verstopfung der Grundleitung verantwortlich. Der Schaden sei behoben worden, so die Auskunft.

Wahr, der allein in der Wohnung lebt, ärgerte sich über den arroganten Tonfall und wandte sich mit seinem Anliegen im September an den Oberbürgermeister der Stadt. Per E-Mail beklagte er sich auch noch darüber, dass sein Boiler kaputt sei und sich keiner darum kümmere. Seit Jahren werde zudem versprochen, dass die Wohnungen mit Wasserzählern ausgestattet würden. „Aber nichts passiert, denen kann man doch nichts mehr glauben“, ist der 44-Jährige enttäuscht.

Der Boiler werde gerichtet, die Handwerker seien bestellt, sagt der städtische Pressesprecher Jürgen Luppold. Allerdings macht er dem enttäuschten Mieter wenig Hoffnung auf eine Erstattung seiner Forderungen. „Er hat keinen Anspruch darauf“, betont Luppold und versichert, „dass der OB die Anfrage natürlich noch beantworten wird. Wahr überlegt sich, ob er den Klageweg beschreitet.

Verkehrte Welt

Die Geschichte von Herrn Wahr klingt schlichtweg wie die eines typischen Querulanten.

Wilde Geldforderungen für ein paar Gartenpflanzen und im Keller abgestelltes Gerümpel (wären ihm Bücher und Platten wirklich derart wichtig gewesen, hätte er sie wohl besser aufbewahrt) gegen die böse Stadt Balingen geltend zu machen - wahrscheinlich endet das in einem Rechtstreit auf Kosten des Steuerzahlers, bei dem Jedem Richter nur das Kopfschütteln übrig bleibt... .
Jörg M. am 08.10.2010 18:23:26

Antwort auf Verkehrte Welt

Diese Aussage von dem Herr Jörg M.halte ich für schlicht weg falsch.Wenn er auch den Bericht in der Schwarzwälder Bote gelesen hätte,wüste er vieleicht besser darüber bescheid.Die Bücher und Schallplatten wurden auch nur vorübergehend in dem Kellerraum gelagert wo der Wasserschaden pasiert ist,weil im ganzen Haus gebaut wurde und noch gebaut wird.Deshalb mußte anscheinend vieles umgeräumt werden.Was dan wohl dazu führte,daß die Bücher und Schallplatten in dem Kellerraum gelagert werden mußte,wo dann der Wasserschaden pasierte.Auserdem hatt daß überhaupt nichts mit einem Querulanten zu tun,wenn jemand verlangt,daß Ihm der Schaden den man ihm zugefügt hat auch ersetzt bekommt.Das ist sein gutes Recht.Da ich selber schon öfters in der Gegend war,und weiß wo sich das Grundstück befindet,weis ich auch,das der Herr nicht nur ein par,sondern eine menge Pflanzen im Garten hatte,wobei einige sehr große Pflanzen dabei waren.Deshalb finde ich die Schadensersatzforderung von 450 € mehr als gerecht.Das ein Herr Luppold schreibt,der Mieter hätte kein Anspruch auf Schadensersatz finde ich eine frechheit.Mich würde mal interesieren was dieser Herr Luppold von der Stadt Balingen machen würde,wenn jemand zu ihm kommt,und einfach mal so seine Pflanzen umsägt,und vieleicht noch sein Auto oder andere Sachen von ihm beschädigt,und dann zu ihm sagt er habe kein Anspruch auf Schadensersatz.In welcherWelt leben den wir,wenn man jetzt schon einfach fremdes Eigentum zerstören kann,und dann sich davor drücken kann den Schaden zu bezahlen.Und so einer arbeitet bei der Stadt Balingen als Pressesprecher.Meiner meinung nach hat so jemand nichts in einer höheren Position bei der SDtadt Balingen zu tun.Das ist eine schande für die Stadt Balingen.So jemand gehört sofort seines Amtes enthoben,weil er hier vollig am falschen Platz sitzt,oder er sollte freiwillig zurücktreten.Er sollte sich lieber einen Arbeitsplatz suchen,wo er niemandem schadet.Damit tut er sich selbst und allen Bürger der Stadt Balingen einen sehr großen gefallen.
Robin Jackson am 13.10.2010 09:35:42

Antwort auf Verkehrte Welt

Es spielt doch keine Rolle welche sachen beschädigt wurden, es wurde sein PRIVATEIGENTUM beschädigt und dann muss der Verantwortliche dafür aufkommen.
Timo am 12.10.2010 00:00:45

Herzloses Balingen!

Unglaublich, dass eine Stadt, die sich sonst immer als "human", "tolerant" und "bürgernah" darstellt, sich hier nicht von einer menschlicheren Seite zeigt.

Der emotionale Wert sowohl des Gartens als auch der Plattensammlung ist für Aussenstehende wohl nicht ohne Weiteres ersichtlich bzw. schätzbar, dennoch hätte die Stadt gut daran getan, einmal nicht so kleinlich zu sein.

Uns alle hat schon einmal der Verlust eines geliebten Objekts geschmerzt - noch mehr so, wenn er ohne eigenes Zutun, durch Fremdverschulden, geschehen ist.

Im Prinzip geht es hier nicht um Geld - was sind schon 900 Euro - sondern um die Wahrung eines Rufes, den zu verlieren die "große Kreisstadt" momentan scheinbar alles versucht:

Klimt ohne Doschka eine Blamage, Albstadt als Einkaufsparadies immer interessanter, von der "öffentlichen Ordnung" an Wochenend-Abenden ganz zu schweigen...

Ein ganz schlechter Zug, eine solche Lappalie auch noch Schlagzeilen machen zu lassen!
Anonym am 07.10.2010 21:22:31
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