„Schadenersatzklage behalten wir uns vor“

Real pocht auf Mietvertrag bis über 2020

Balingen, 28.09.2010 von Karl-Otto Müller

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Die Tage des Balinger Real-Marktes sollten nach dem Willen der neuen Eigentümer gezählt sein und bereits in diesem Herbst enden – obwohl der Mietvertrag weit über das Jahr 2020 hinausreicht.

Nur zu verständlich, dass sich die Real-Geschäftsführung deshalb mit juristischen Schritten gegen die Räumungsklage zur Wehr setzt – wir berichteten. Im September 2009 hatte die Balinger Edeka das Real-Supermarktgebäude auf Gehrn vom Balinger Eigentümer Otto Lämmle erworben. Jetzt fordern die neuen Eigentümer die sofortige Räumung des Gebäudes, weil die Mieter vertraglichen Verpflichtungen nicht in Gänze nachkämen.

Bereits in diesem Herbst sollte Real den Markt schließen – auf der Strecke blieben Arbeitsplätze, Konzessionäre uns Kunden, argumentiert Albrecht von Truchsess, Leiter der Real-Unternehmenskommunikation.

Vernehmbar enttäuscht vom Ablauf der Geschehnisse: „Immer wieder wurde uns in vergangenen Jahren das Gebäude zum Kauf angeboten – doch in der Regel kaufen wir nicht, wir mieten. Im August 2009 wurde uns ein Kaufvertrags-Entwurf mit einem Dritten vorgelegt, dessen Name war geschwärzt. Herr Lämmle setzte uns eine Frist, binnen der wir unser mietvertraglich eingeräumtes Vorkaufsrecht ausüben sollten. Wir taten dies mit fristgerecht vorgelegtem notariellem Kaufangebot. Im September fragten wir nach, im Oktober schließlich meldete sich bei uns Edeka als neuer Vermieter.“

Edeka drängt. Trotz Mietvertrags von Real bis weit über das Jahr 2020 hinaus, strengen die neuen Eigentümer eine Räumungsklage an. Deshalb stehen sich im Dezember beide Parteien vor Hechinger Landgericht gegenüber – weitere Schritte oder Schadensersatzklagen behalte sich Real vor, sagte von Truchsess.

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