„Mischt euch ein, sagt was, tut was“

Neun Gymnasiasten sorgen ab heute als Schulbusbegleiter für mehr Sicherheit auf der Linie 16

Balingen, 24.09.2010 von Klaus Irion

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Mehr Sicherheit, weniger Streit, weniger Stress: dafür sorgen von heute an neun Gymnasiasten, die als Schulbusbegleiter auf ihrer Linie 16 von Streichen bis Balingen unterwegs sind.

Mario Hugger sitzt hinter dem Steuer seines Omnibusses und gibt Gas. Bei Tempo 60 steigt er gnadenlos in die Eisen. Ein im Mittelgang abgestellter Schulranzen rast vorbei und wird zum Geschoss, die stehenden Fahrgäste können sich nur mit großer Mühe auf den Beinen halten. Glücklicherweise ist dies alles nur ein Test. Die Vollbremsung auf dem Balinger Verkehrsübungsplatz ist kalkuliert, die Fahrgäste sind Schüler des Balinger Gymnasiums und des Frommerner Schulzentrums. Sie alle konnten sich auf die gefährliche Situation vorbereiten. Was aber, wenn dies frühmorgens auf der Fahrt zur Schule tatsächlich passieren würde?

Die Vollbremsung verhindern können die neun Gymnasiasten Kai Haage (10c), Sebastian Haage (10d), Michael de Mourgues (10c), Jonas Einsele (10d), Robin Richard (10d), Nicolas Bühler (10d), Marcel Witte (10c), Tobias Weber (10c) und Leander Eger (8e), natürlich nicht. Schlimme Folgen aber eventuell minimieren. Von heute Morgen an sind sie erstmals präventiv und mit eigenem Ausweis ausgestattet als „Schulbusbegleiter“ unterwegs.

Die neun Schüler eint die allmorgendliche Fahrt auf der Linie 16 von Streichen über Zillhausen, Stockenhausen, Dürrwangen, Frommern bis auf den Balinger Schulhügel. „Das ist unsere Pilotlinie“, erklärt Georg Seeg von der Verkehrswacht. Er war es auch, der die eingangs erwähnten Bremssimulationen organisiert hatte. Ob Schulranzen im Zwischengang, Rangeleien beim Aus- und Einsteigen oder Stress und Beleidigungen während der Fahrt. „Mischt euch ein, sagt was, tut was“, ermunterten Wolfgang Hallabrin und Jürgen Krohnert vom Balinger Polizeirevier die Schüler. Mit Rollenspielen, mit Rat und Tat bereiteten sie die Jungs auf ihren „sicherlich nicht immer leichten Einsatz“ (Michael Rapp, Leiter der Abteilung Prävention bei der Polizeidirektion Balingen) vor.

Was aber hat die Schüler dazu gebracht, sich dieser Herausforderung zu stellen. Es ist die Pflicht bis spätestens zur 10. Klasse ein Mentorenprojekt zu absolvieren. Projekte, bei denen Schüler für Schüler da sind. An vielen Schulen gibt es dies bereits in den Bereichen wie Streitschlichtung oder Sport. „Die Schulbusbegleitung ist im Landkreis Zollernalb Neuland“, so Hallabrin. Ein Gymnasiums-Lehrer hat den Schülern vorgeschlagen, diese Premiere als Mentoren-Projekt anzugehen. „Das haben sie nun ja auch geschafft“, freute sich Rektor Jerg, der zur Ausweisübergabe ebenso gekommen war wie Oberbürgermeister Helmut Reitemann und der Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Balinger Schulen, Jürgen Reichart. Reitemann dankte allen Teilnehmern und wünschte ihnen viel Erfolg und wenig Einsätze.

Die Jungs selbst waren zufrieden und überzeugt, dass sie mit den Schülern im Bus wohl weniger Probleme haben werden. „Wir kennen die meisten ohnehin schon“, sagt Sebastian Haage. Zudem waren gestern mit Tim Leukhardt, Erich Wagner und Max Felk drei Schüler der Realschule beziehungsweise Werkrealschule Frommern vor Ort, die ihren Mitschülern das Projekt „Schulbusbegleitung“ noch erläutern werden.

Interessant werde es wohl aber, wenn Fremde auf deren Fehlverhalten hingewiesen werden müssen. Angst? „Nein, schließlich sind wir ja viele“, sagt Michael de Mourgues. Wolfgang Hallabrin vernahm es mit Zufriedenheit.

na ja

Ich fahre jeden Tag Bus. Wenn Du dich bei einem Streit einmischt oder zu einem Schüler sagst, bitte stehe auf und lass den alten Mann sitzen wirst Du nur blöde angemacht oder es wird Dir gesagt du sollst deien Klappe halten. Dies liegt wohl an der Erziehung heut zu Tage. Zu meiner Zeit hats eine Ohrfeige gegeben. Und wenn du zu Hause was gesagt hast, hats gleich noch mal eine gegeben.

Die Schulranzen der Schüler und die Schüler selber müssen im Gang stehen, da Die Busse total überfüllt sind. Manchmal muss ich auf den nächsten Bus warten, da bei jenem nicht mal mehr die Türe aufgeht-soviel zur Sicherheit!

Ich finde gut was die Schüler vorhaben, doch ich denke das wird nichts.
Acker Jürgen am 26.09.2010 07:14:17

Antwort auf na ja

Meine Tochter (10) fährt seit Neuestem auch mit dem Schulbus und hasst es wie die Pest. Sie ist froh, wenn sie überhaupt aussteigen kann, da die Einsteigenden schon reindrücken. Dann wird schon mal gezickt. Weiterfahren statt Schulunterricht ist zwar auch nicht schlecht, aber auf Dauer wohl nicht sinnvoll.
Neben den Kosten für die Fahrkarte entstehen mir Benzinkosten, da ich sie mindestens 2-3 mal die Woche zur Schule bringe oder auch abhole. Wie wäre es mit einem Bus mehr??? Und wichtig: alle Ranzen RUNTER ZWISCHEN DIE BEINE. .... mehr Platz für alle.
Bürmann-Eigler am 27.09.2010 09:26:30
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