Albstadt-Ebingen, 22.09.2010

Lautlose Jäger der Nacht

Naturschützer und Geocacher wollen mehr Schutz für heimische Fledermäuse

Lautlose Jäger der Nacht
Geocaching ist etwas für Outdoor-Freaks und findet weltweit immer mehr Anhänger. Aber der gesunde Spaß hört dort auf, wo der Naturschutz verletzt wird. Ein Thema dabei: Die Fledermäuse.

Ganz klar, dass das besten Versteck für einen Cache (Schatz) nicht gerade direkt am Wegrand liegt. Wer mit GPS auf „Schatzsuche“ gehen will, muss sich auf einiges gefasst machen, teilweise ins Dickicht kriechen, stillgelegte alte Häuser durchforsten oder sogar auf Klettersteigen herumkraxeln. Einige Geocacher sind auch schon auf die Idee gekommen, ihre Schätze in Höhlen zu verstecken.

Und genau hier liegt das Problem. Nicht jeder Cacher ist ausreichend über Details im Umwelt- und Tierschutz informiert. Naturschützer, Ranger und Geocacher lagen deshalb in der Vergangenheit öfter im Clinch miteinander. Gerade Höhlen bieten zwar perfekte Verstecke, sind aber gleichzeitig wichtige Fledermausquartiere. Zukünftig soll die Zusammenarbeit zwischen Naturschützern und Geocachern vertieft werden. Und es wurden auch gleich Nägel mit Köpfen gemacht und eine gemeinsame Veranstaltung organisiert.

Am Samstag fand die erste Albstädter Batnight statt. Über 100 Geocacher trafen sich in der „Grüne Au“, um Informationen auszutauschen und sich näher kennen zu lernen. Sie kamen aus der ganzen Region: Stuttgart, Schwarzwald, sogar aus Darmstadt. Die Resonanz war riesig.

Silke und Dieter Hoffmann vom Albstädter Verein „Höhle & Karst“ hatten sich schon für den Nachmittag etwas Besonderes einfallen lassen. Sie organisierten den Einstieg in drei Höhlen, von denen nur die Linkenboldshöhle in Onstmettingen zwei Mal im Jahr für die Öffentlichkeit geöffnet ist. Die Riesenversturzhöhle Straßberg und die Ritterhöhle Frohnstetten sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, immer vergittert und nur sehr schwer zugänglich. Fitness, Trittsicherheit und Kletterfähigkeit sind Voraussetzung für den Einstieg. Alle drei Events waren restlos ausgebucht.

Am Abend ging es dann mit den Infos rund um die Fledermaus beim gemeinsamen Essen und Austausch weiter. Bei uns zu Unrecht als Symbol des Teufels verunglimpft, gibt es allein in Europa 30 Arten davon. Fledermäuse sind ausgesprochen nützliche Tiere, denn jede Fledermaus vertilgt in einem Sommer 80 000 bis 100 000 Mücken und Insekten. Von Oktober bis März/April ziehen sich die Fledermäuse in die Höhlen zurück um Winterschlaf zu halten. Sie bleiben jedoch die ganze Zeit sensorisch hellwach. Bei jeder Störung wachen die Tiere auf und verbrennen Energie. Das kann bis zum Tod führen. Aus diesem Grund sollte jeder verantwortungsbewusste Geocacher solche Verstecke meiden.

Ab 21 Uhr ging es in die Umgebung auf Fledermaussuche und die Teilnehmer wurden fündig. Eine Zwergfledermaus und eine Wasserfledermaus konnten beobachtet und über Lautsprecher sogar gehört werden. Für die teilnehmenden Kinder war es ein faszinierendes Erlebnis. Mit dabei auch Alb-Guide Helmut Meng, der am kommenden Wochenende beim Schäferfest mit einem „Fledermaushaus“, einem umgebauten Waldarbeiter-Wagen“ über die nützlichen Tiere informieren wird.

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Umwelt, Tiere.

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