Sturmschäden trüben Wanderfreuden
Noch immer blockieren viele umgestürzte Bäume Ebinger Pfade – Aufräumarbeiten bis Ende November
Albstadt-Ebingen, 18.09.2010 von Volker Bitzer
Die Höhen über Ebingen, sei es nun südlich oder nördlich des Taleinschnitts, gelten als Wander-Eldorado. Nicht umsonst tangieren auch zwei der künftigen „Traufgänge“ im Rahmen der Premium-Wanderwege-Zertifizierung diese schöne Alblandschaft zwischen Wacholderheide, Waldpfaden und Ausguck-Felsen. Wer allerdings derzeit im Gebiet zwischen Ochsenberg und Kälberwiese, zwischen Katzenbuckel und Schnecklesfels auf Schusters Rappen – oder auch mit dem Mountainbike – unterwegs ist, der erlebt alles andere als ungetrübte Wanderfreuden oder Fahrradspaß.
Unzählige umgeknickte Bäume blockieren viele Wege. Nicht nur morsche Äste oder halb verwitterte Stämme, die noch vergleichsweise leicht zu passieren wären. Teils liegen dicke Buchen oder Tannen kreuz und quer und machen so manchen schönen Wanderpfad ungewollt zum wirklichen Draufgänger-Weg. An vielen Stellen gibt es so gut wie kein Vorbeikommen. Es sei denn, man ist geübter Kletterer, Balancierer oder sonst äußerst geschickt im Überwinden von bisweilen (dank der Baumkronen) Meter hohen Hindernissen. Stets mit dem Risiko, dabei Fuß oder Bein zu verknacksen oder gleich zu brechen.
Im Idealfall stoßen Wanderer oder Radler an manchen Stellen wenigstens auf rotweiße Absperrbänder. An einigen Touren-Einstiegen gibt es diese „Durchgangs-Verbote“ zu Beginn eines viel genutzten Wanderweges aber nicht, so dass man sich nach längerem Fußmarsch dann plötzlich mit einer unüberwindbaren hölzernen Hürde konfrontiert sieht, und sicherheitshalber nur das Zurück als ärgerlicher „Ausweg“ bleibt.
Schuld an den Zuständen ist der Sturm Cathleen, der Ende August Tornado gleich über Teile der Schwäbischen Alb raste und nicht nur in Ebingens Wald und Flur ein Bild der Verwüstung hinterlassen hatte. Und nicht nur das. Die Gefahr von Spätfolgen ist noch nicht gebannt. So warnt Revierförster Schneider vor lockeren Bäumen, die jederzeit umfallen könnten. Nicht von ungefähr: Viele entwurzelte Riesen und zerborstene Stämme säumen bereits die Wege.
Weil die Aufarbeitung des Sturmholzes sehr zeitintensiv ist, hat der Förster an einigen Stellen Hinweisschilder an Bäumen angebracht, auf welchen die Bürger um einige Wochen Geduld bei der Aufarbeitung des Sturmholzes gebeten werden. Wie lange aber dauert es noch, bis der Wanderpark Albstadt auch auf Ebingens Nord-West-Route wieder ungetrübt erlebt werden kann? Auf Nachfrage bekräftigt Forstamts-Büroleiter Eugen Seyboldt, dass die Aufräumarbeiten voll im Gange sind. Nicht nur Leute vom Forst packen an, auch eine Firma sei zusätzlich beauftragt. „Cathleen hat aber so mächtig zugeschlagen, wir gehen momentan von bis zu 2500 Festmeter Sturmholz aus, das alles zu verschaffen, dauert leider einige Zeit.“ Seyboldt rechnet damit, dass, wenn die Arbeiten weiter so zügig laufen, die Spuren des Sturmes dann bis Ende November wieder beseitigt sein könnten.
