Er ist der Vater des modernen Notarzt-Wesens
Der Ebinger Anästhesist Dr. Bodo Brunckhorst wird morgen als Landesarzt des DRK verabschiedet
Albstadt-Ebingen, 17.09.2010
Der Anästhesist hat die Notfall-Rettung der Kliniken in Ebingen und Balingen aufgebaut, bevor er nach 32 Dienstjahren im Februar 2000 in den Ruhestand verabschiedet wurde.
Morgen wird der ehemalige Chefarzt der Anästhesie am Ebinger Krankenhaus, dem viele Menschen ihr Überleben verdanken, bei der DRK-Mitgliederversammlung als Landesarzt des DRK Baden-Württemberg verabschiedet. Nach dem Studium der Medizin an den Universitäten Freiburg, Tübingen, München und Hamburg absolvierte Dr. Bodo Brunckhorst zunächst an der Klinik in Krefeld die Fachausbildung für Anästhesie und danach schwerpunktmäßig an der Uniklinik Hamburg, wo er zuletzt als Oberarzt tätig war. Am alten Ebinger Krankenhaus nahm Dr. Brunckhorst am 1. Mai 1968 als Chefarzt der Anästhesie seine Arbeit auf.
In Ebingen war zu jener Zeit das Notarzt-Wesen noch nicht bekannt. Bei Unfällen rückte der Sanka nach den damals anerkannten Grundsätzen aus, lud den Patienten ein und brachte ihn so schnell wie möglich ins Krankenhaus. Mit dem neuen Chefarzt kam es zu einem Quantensprung im Rettungswesen. Bereits wenige Monate nach seinem Antritt wurde Dr. Brunckhorst auch im Kreiskrankenhaus Balingen die Leitung der Anästhesie übertragen und unter seiner Leitung Schritt für Schritt das heutige, moderne Rettungswesen aufgebaut. Bei zahlreichen Einsätzen fuhr Brunckhorst bei Tag und Nacht selber mit zur Unfallstelle. Beim DRK-Kreisverband übernahm Dr. Brunckhorst im Jahre 1974 das Amt des Kreisbereitschaftsarztes. Mit der tatkräftigen Unterstützung des damaligen Landrats Dr. Erhard Lazi, dem Sozialministerium in Stuttgart und dem Wachstum der Abteilung Anästhesie wurde Zug um Zug die vollständige Einsatzbereitschaft an den Kliniken erreicht. Diese Erfolgsgeschichte beflügelte nicht nur die Verantwortlichen, sondern wurde weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt. Dr. Brunckhorst erhielt Besuch von Kollegen aus dem ganzen Land und Ärzte-Treffen nebst Kongressen wurden zum Erfahrungsaustausch mit ihm genutzt. Dr. Bodo Brunckhorst schildert diese Zeit mit den Worten: „Ich war weit und breit der einzige Anästhesist und wurde oft zu Einsätzen bis nach Tübingen und Rottweil gerufen. Große Beachtung fand ein Pilotprojekt Dr. Brunckhorsts: 1987 bis 1990 etablierte er die Herz-Lungen-Wiederbelebung durch Laien.
Die richtige Vision und der Mut von Dr. Brunckhorst führten auch bei einem weiteren Pilotprojekt zum Erfolg. In den Jahren 1998 bis 2000 wurde von ihm die Frühdefibrillation für Rettungshelfer durchgeführt, die heute nicht mehr weg zu denken ist.
Im Jahre 1990 ernannte der damalige Landrat Heinrich Haasis Dr. Bodo Brunckhorst zum ersten Leitenden Notarzt, der mit Genehmigung des Regierungspräsidiums in Baden-Württemberg als Notarzt mit seinem privaten Pkw mit Sondersignal zum Einsatz fahren durfte.
