Straßberg, 17.09.2010

Das Kind steht im Mittelpunkt

Straßberg bewirbt sich für Modellprojekt „Bildungshaus für Drei- bis Zehnjährige“

Das Kind steht im Mittelpunkt
„Das Kind steht im Mittelpunkt“, sagt die Rektorin der Schlossgartenschule. Deshalb bewirbt sich Straßberg mit Zustimmung des Gemeinderats für das Modellprojekt „Bildungshaus für Drei- bis Zehnjährige“.

Das Modellprojekt startete in Baden-Württemberg zum Schuljahr 2007/2008. Ab dem Schuljahr 2010/2011 soll es um 70 weitere Standorte ausgedehnt werden. Das Bildungshaus bietet Kindern die Chance, über einen Zeitraum von sieben Jahren gemeinsam zu lernen und zu spielen. Dabei arbeiten Schule und Kindergarten eng zusammen.

So wird Kindern ab drei Jahren eine kontinuierliche Bildungsbiographie ermöglicht. Bereits 33 Bildungshäuser, davon 33 Grundschulen und 49 Kindergärten, haben sich auf den gemeinsamen wissenschaftlich begleiteten Kooperationsweg begeben. Die dabei gesammelten Erfahrungen werden bei der Weiterentwicklung sukzessive zur Verfügung gestellt.

Rektorin Edeltraud Schäfer-Maier und Kindergartenleiterin Petra Koch stellten im Gemeinderat die Konzeption des Bildungshauses vor. Kindergarten und Schule verzahnen Teile des Bildungsangebots, ohne ihre eigenen Strukturen aufzugeben, so die Schulleiterin. Dabei müssen Pädagogen und Fachkräfte intensiv zusammenarbeiten, vorbereiten, reflektieren und dokumentieren. Nur so könne für jedes Kind eine Bildungsbiographie erstellt werden. Sehr wichtig sei auch der runde Tisch, an dem sich Eltern, Erzieherinnen und Lehrkräfte zusammensetzen, um sich über den Förderbedarf und die Fördermöglichkeiten auszutauschen. So könnten Sprachschwierigkeiten, motorische und Verhaltensdefizite sowie mathematische Schwächen gezielt in den Blickpunkt gerückt und angegangen werden. Zurückstellungen sollen möglichst vermieden werden. Wert legen die Verantwortlichen auch auf eine vorgezogene Einschulungsuntersuchung.

„Das Modell ist bestens geeignet für einzügige Grundschulen“, so die Rektorin. Dies sei eine Perspektive für die Zukunft und ein Pluspunkt für die Gemeinde Straßberg – „dass die Schule vielleicht im Dorf bleibt“. Eine sehr gute Kooperation zwischen Schule und Kindergarten bestehe bereits. Es seien auch Absprachen getroffen worden und gemeinsame Planungen sind in Gange. In diese soll auch der Schulrat einbezogen werden.

Edeltraud Schäfer-Maier betonte, dass nicht-schulpflichtige Kinder nicht zur Teilnahme gezwungen werden, das Ganze läuft für sie auf freiwilliger Basis ab. Sollte das Bildungshaus in den Stundenplan integriert werden, was die Rektorin plant, gehört es für die Schulkinder zum Pflichtunterricht. Als Vorbild für die Straßberger kann Engstlatt dienen. Natürlich werde man die Erfahrungen nutzen. „Aber wir müssen unseren eigenen Plan entwickeln, dahinterstehen und mit unseren Ressourcen haushalten“, so Edeltraud Schäfer-Maier.

Der Gemeinderat begrüßte das Vorhaben. Gemeinderat Dr. Michael Wochner sprach von einer „sehr löblichen Sache“, kritisierte das Bildungshaus aber auch als „typische Luftnummer“ des Landes. „Denn die Kosten werden auf die Kommunen abgewälzt“, ärgerte er sich, dass das Land sich lediglich mit Informationsveranstaltungen beteilige. „Die Idee ist sehr gut, aber es ist auch äußerst schwierig, weil die Kommune wieder Geld in die Hand nehmen muss.“ Was die Kostenbeteiligung der Gemeinde angeht, gab ihm Bürgermeister Manfred Bopp Recht. Es sei sicher notwendig, zusätzliche Fachkräfte einzustellen, wenn sich das Ganze aufgebaut habe. Die Schule bekommt zwei Stunden dazu, was vom staatlichen Schulamt bis Februar 2011 genehmigt werden soll. Stichtag für die Bewerbung ist der 8. Oktober 2010.

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