Ein Balinger Bürger durch und durch
Zum Tod von Schuhmacher Max Hildinger
Balingen, 17.09.2010
Das Schuhmacherhandwerk war Max Hildinger in die Wiege gelegt worden. Gerade einmal sechs Jahre alt, starb sein Vater. Früh war es Hildingers Aufgabe, im elterlichen Schuhgeschäft die Mutter zu unterstützen. Folgerichtig erlernte er das Schuhmacherhandwerk bei einem Freund seines Vaters.
Zurück aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft, stand der Schuhmacher vor dem wirtschaftlichen Nichts. Er ließ sich aber nicht entmutigen, sondern erlangte bei der IHK Reutlingen 1947 als Erster überhaupt die Meisterprüfung. 1948 gründete Hildinger in Balingen parallel zum Geschäft seiner Mutter einen eigenen Schuhladen. Vier Jahre später heiratete er Elfriede Eisler aus Zillhausen. Gemeinsam zogen sie ihre drei Kinder groß.
Anfang der Siebziger Jahre musste der Schuhmachermeister, der sich auch in der Fachrichtung Orthopädie hatte zusätzlich ausbilden lassen, krankheitsbedingt sein Geschäft aufgeben. „Seit da bin ich halt jetzt im Unruhestand“, hatte er anlässlich seines 80. Geburtstags erklärt. Seinem Handwerkerstand hielt er aber auch über sein aktives Arbeitsleben hinaus die Treue. Im vergangenen Jahr erhielt er die höchste Auszeichnung der Schuhmacher-Innung für 60-jährige Mitgliedschaft.
Im „Unruhestand“ schrieb Hildinger seine Memoiren, kümmerte sich um seine Enkel und engagierte sich beim Balinger Bürgerverein, zu dem er vor fast 30 Jahren als Mann der ersten Stunde gestoßen war. Im vergangenen Juli war Hildinger die Ehrenmitgliedschaft im Verein verliehen worden.
