Bahnübergang: Gemeinderat versagt Zustimmung
Weder Lichtzeichenanlage noch Schranken – HzL will die Angelegenheit jetzt ergebnisoffen prüfen
Dotternhausen, 16.09.2010 von Siegfried Seeburger
Der Gemeinderat hat die Planungen der Hohenzollerischen Landesbahn (HzL) mit vier Enthaltungen und drei Gegenstimmen abgelehnt. Letztlich ging es um die geringfügige Verlegung der Einmündung von zwei gegenüberliegenden Feldwegen, die nahe am Gleiskörper verlaufen und spitzwinklig innerhalb der Räumungsstrecke in die Straße einmünden. Die entsprechenden Planungen wurden von Dipl. Ing. Walter Germey aus Tübingen erarbeitet und vor dem Ratsgremium erörtert.
Bei der geplanten Verlegung der Feldwegeinmündungen werden auch Grundstücke der Gemeinde Dotternhausen einbezogen. Dies ist jedoch erst möglich, wenn die Gemeinde eine Zustimmungserklärung abgegeben hat. Diese Zustimmung hat er Gemeinderat nicht erteilt.
Vor der Abstimmung hat Bürgermeisterin Monique Adrian mit Nachdruck auf die Notwendigkeit der Sicherung des Bahnübergangs hingewiesen. Trotz Andreaskreuz und Geschwindigkeitsbegrenzung werde der Bahnübergang kaum beachtet, obwohl der Schienenverkehr in den letzten Jahren deutlich zugenommen habe, führte sie aus und betonte: „Das Risiko eines Unfalls steigt mit jedem zusätzlichen Schienenverkehr, so dass tatsächlich Handlungsbedarf gegeben ist“.
Ausführlich begründete Dipl. Ing. Walter Germey die Verlegung der Feldwegeinmündungen, die unbedingt vor den jeweiligen Schranken liegen müssten. Von der HzL erläuterte Martin Leuthe die technischen Details der Sicherungsanlage und berichtete über gefährliche Ereignisse, die die Lokführer auf dem Bahnübergang beobachtet und erlebt haben. Sie seien angehalten, den Bahnübergang nur mit einer Geschwindigkeit von fünf Stundenkilometern zu befahren. Die Autos auf der Straße fahren dort allerdings oft sehr schnell, obwohl die Geschwindigkeit im Bereich des Bahnübergangs auf 20 Stundenkilometer beschränkt ist.
Die Kosten für die Maßnahme würden zu je einem Drittel auf das Land, die HzL und die Gemeinde Dotternhausen aufgeteilt. Nach Berechnungen der Beteiligten werden die Kosten für die Gemeinde Dotternhausen voraussichtlich zwischen 65 000 und 80 000 Euro liegen. Der Kostenanteil der Gemeinde werde voraussichtlich noch zu 70 Prozent vom Land bezuschusst, so dass der Eigenanteil für Dotternhausen letztlich zwischen 20 000 und 24 000 Euro liegen dürfte, erläuterte die Bürgermeisterin.
Nachdem der Gemeinderat die geplante Maßnahme ablehnte, wird das zuständige Aufsichtsgremium der HzL die Angelegenheit ergebnisoffen prüfen, wobei sogar die Stilllegung der Bahnstrecke zwischen Balingen und Schömberg möglicherweise wieder neu diskutiert werde.
