„Ich bin keine Marke“

Sympathisch: Interview mit Hindernissen

Albstadt-Tailfingen, 13.09.2010 von Holger Much

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Eigentlich sollte es ein ganz normales Interview werden. Doch dann platzte der Familienalltag ins Berufliche von Musiker und Journalist – und enthüllte einen Menschen mit Herz und Bodenhaftung.

Mein Handy klingelt. „Hallo, hier ist der Max Herre“ sagt eine weiche, freundliche Stimme, ruhig und mit einem Lächeln. Während viele Künstler sich zuerst von einem Agenten „durchstellen“ lassen, ruft Max Herre einfach selbst an, direkt, ohne seine Nummer zu unterdrücken.

Albstadt, sagt der Sänger, der bei der Jazznacht Stücke seines neuen Albums „Ein geschenkter Tag“ vorstellte, kenne er, habe sogar Freunde dort, sei aber – vor der Jazznacht – noch nie hier gewesen. Dann kommt das Gespräch auf seinen Wandel vom Stuttgarter HipHop-Poeten zum singenden „Singer/Songwriter“ à la Bob Dylan. Letzteren nennt Max Herre auch gleich als wichtigen Einfluss, aber ebenso Reggae oder James Taylor.

Doch dann: Familienkatastrophe! Mein Sohn schneidet sich in den Finger, blutet stark, und ich muss das Interview abbrechen. Max Herre lächelt: „Klein Problem. Bin selbst gerade mit den Kindern unterwegs. Ich meld mich in zehn Minuten nochmal“. Nachdem das Kind versorgt ist und getröstet, schweigt das Telefon. Kein Max Herre. Hat es ihn doch geärgert, das familiäre Intermezzo?

Fast eineinhalb Stunden später klingelt es: „Hallo, Max Herre hier. Tut mir sehr leid, aber jetzt war ich selbst familiär verhindert“ lacht er und fragt, wie es meinem Kleinen geht. Väter können so etwas eben verstehen.

Wo waren wir? Ach ja – Herres Stilwechsel. Nehmen ihm den die Fans nicht übel? Nun, Kritik gäbe es schon auch, gibt Max Herre zu. Aber er nehme sich das Recht, sich zu entwickeln, er sei Künstler, keine Marke. Sehr sympathisch. Und obendrein ein Künstler mit Herz

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