Neues Gesicht verstärkt das Team

Pastoralreferent Michael Holl hat seine Stelle in der Seelsorgeeinheit Talgang angetreten

Albstadt-Tailfingen, 10.09.2010 von Dagmar Stuhrmann

Die ersten Erkundungstouren in seiner neuen Heimat hat der begeisterte Wanderer bereits hinter sich: Seit Mai verstärkt der Pastoralreferent Michael Holl das Team der Seelsorgeeinheit Talgang.

Sein Schreibtisch steht im Pfarrhaus von St. Franziskus. Sein Wirkungskreis umfasst jedoch die gesamte Seelsorgeeinheit, zu der auch St. Elisabeth sowie Truchtelfingen und die katholischen Gemeinden in Onstmettingen gehören. 1961 in Ehingen/Donau geboren, studierte Michael Holl Theologie in Tübingen. Ursprünglich wollte er Priester werden, entschied sich dann aber doch anders. Dem Studium schloss sich eine dreijährige pastoralpraktische Ausbildung an, die er in Münsingen absolvierte. Nach der zweiten Dienstprüfung war er zehn Jahre lang in Rottenburg für die Ministranten der Diözese zuständig, war sechseinhalb Jahre Leiter der Diözesanstelle „Berufe der Kirche“ und gab in dieser Funktion jungen Menschen Tipps für die Berufswahl.

Im Mai wechselte Michael Holl an seine neue Wunsch-Wirkungsstätte in der Seelsorgeeinheit Talgang. „Inzwischen wohnen meine Frau Cornelia und ich auch hier,“ erzählt er. Tailfingen habe er zwar vorher nicht näher gekannt, aber Albstadt war dennoch kein Neuland für ihn, lebt doch sein Bruder in einer Nachbargemeinde.

Michael Holl hat einen vollen Terminkalender vor sich: Das Aufgabenspektrum eines Pastoralreferenten ist breit gefächert. Im Unterschied zum Pfarrer kann er als Pastoralreferent keine Sakramente spenden. Es bleibt aber genug zu tun. „Ich predige im Gottesdienst, gebe Religionsunterricht, bin für die Jugendarbeit mit zuständig,“ zählt Michael Holl auf. „Weitere Schwerpunkte sind die Öffentlichkeitsarbeit und die Firmvorbereitung.“ Weiterbildung ist für ihn selbstverständlich. So will er beispielsweise einen Kurs zum Thema Beerdigungen machen.

Wichtig ist ihm auch, den Gemeindemitgliedern spezielle geistliche Angebote zu machen. Für die Fastenzeit im kommenden Jahr plant er „Exerzitien im Alltag“. Zeit für Stille und Gebet, Muße zum Nachdenken und zum Zu-sich-selbst-Finden – Michael Holl weiß, wie groß das Bedürfnis vieler Menschen hierfür ist. „Es geht um Fragen wie: Was macht das Leben aus? Was trägt mich? Was brauche ich wirklich zum Glücklichsein? Woher bekomme ich die Kraft, Schwierigkeiten zu meistern?“ Er selbst habe das Evangelium als etwas Wertvolles erlebt, das seine Lebensqualität erhöhe und Perspektiven über das alltägliche Leben hinaus eröffne. „Der Glaube gibt einem eine Art Grundvertrauen, die einem auch bei Problemen Halt gibt.“ Diese Erfahrung, die für ihn essenziell ist, will Michael Holl an andere weitergeben.

Wie fühlt man sich denn so als „Albstadt-Neuling“? „Ich fühle mich wohl auf der Alb,“ sagt Michael Holl. Großstadtleben sei nichts für ihn. „Dafür bin ich viel zu gern in der Natur.“ Volleyball im Sommer, Langlauf im Winter, dazwischen Wandern und Radfahren – Michael Holl ist ein sportlicher Mensch. Bewegung ist für ihn in der Freizeit ein Ausgleich zu seiner Arbeit. Die vergangenen Wochen hat er genutzt, um sich einzuleben und erste Kontakte zu knüpfen. Wie die Schwerpunkte in der Gemeindearbeit aussehen sollen, das ist ein Thema, mit dem er sich im Team in der nächsten Zeit intensiv beschäftigen will. Im November wird die Seelsorgeeinheit sich im übrigen über ein weiteres neues Gesicht freuen können. Dann tritt eine Pastoralassistentin, ein „Azubi“, für drei Jahre ihren Dienst in Tailfingen an. Ihr Ausbilder wird Michael Holl sein.


Die „Seelsorgeeinheit Talgang“ ist Teamwork

Kooperation: Unter „Seelsorgeeinheit“ versteht man den Zusammenschluss mehrerer katholischer Pfarreien. Grund für die Bildung dieser Einheiten ist auch der Priestermangel. Andererseits trägt die Organisationsform aber auch der zunehmenden Mobilität Rechnung.

Zur Seelsorgeeinheit Talgang gehören St. Franziskus und St. Elisabeth (mit Truchtelfingen) in Tailfingen und St. Maria Onstmettingen. Leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit ist Dekan Anton Bock. Das Team wird komplettiert durch Pfarrer Arthur Kaweesa, Diakon Michael Weimer und Michael Holl, der als Pastoralreferent eine neue Stelle bekleidet. Im November wird eine Pastoralassistentin ihre Ausbildung in der Tailfinger Seelsorgeeinheit beginnen.

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