Eigene Nachfolge ist geregelt

Egermann & Aicher stellen die neuen Kanzleichefs und die künftige Firmierung vor

Balingen, 08.09.2010 von Karl-Otto Müller

„Nicht nur andern gute Ratschläge geben, auch die eigene Nachfolge gilt es frühzeitig zu regeln“, sagt Rainer Egermann. Gestern stellte er die Nachfolge für die Kanzlei Egermann und Aicher vor.

So, wie er sie am vergangenen Freitag im Rahmen eines Sommerfestes Mandanten und Mitarbeitern vorgestellt hatte:

„Ab 1. Januar 2011 werden wir – gemeint sind die Kanzleichefs Rainer Egermann und Kurt Aicher, bei heute 62 Jahre alt – „in die zweite Reihe zurücktreten, die Kanzlei wird durch die Aufnahme eines neuen Partners gestärkt und strategisch neu ausgerichtet. Sie tritt dann auf unter BW Egermann - Zollernalb Treuhand.“

Der neue Partner, das ist die Stuttgarter Wirtschaftsprüfer- und Steuerberatergesellschaft BW Partner. Mit 180 Mitarbeitern und weiteren Niederlassungen in Mannheim, Döbeln und Oschatz (Thüringen) „die zweitgrößte in der Landeshauptstadt“, sagt Martin Wulf (46), Finanzwissenschaftler, Steuerberater und Gesellschafter des Stuttgarter Unternehmens. Ganz gezielt sei man seit zweieinhalb Jahren allerdings auf der Suche nach Expansionsmöglichkeiten in Baden-Württemberg gewesen, dabei sei ihnen Balingen angenehm aufgefallen: Eine Große Kreisstadt mit Potenzial. Nicht von ungefähr quasi Bermuda-Dreieck mehrerer großer Steuerberaterkanzleien.

Die Strategie decke sich dabei vollständig mit der der neuen Balinger Partner: Wachsen vor Ort mit Leistungen aus einem internationalen Verbund – Wulf und sein Kollege Holger Wandel wollen quasi künftig Bindeglied sein zwischen der Kanzlei in Balingen, dem Partner in Stuttgart und einem internationalen Netzwerk mit 8500 Mitarbeitern in 90 Ländern dieser Erde.

Dies sei notwendig, vernetze sich doch auch das Handeln der mittelständischen Mandanten mittlerweile rundum den Globus, darauf müssten sich die betreuenden Berater einstellen. Um schließlich mit den Mandanten wachsen zu können.

Für Rainer Egermann und Kurt Aicher ein „nur konsequenter Schritt“, erläuterten sie gestern. Beide kennen sich aus Studienzeiten und gemeinsam hatten sie 1984 die Kanzlei von Ewald Ruf übernommen. Das Sommerfest am vergangenen Freitag sei deshalb gleichzeitig Jubiläumsfest zum 25-Jährigen gewesen.

Die Kanzlei beschäftigt heute 30 Mitarbeiter an den Standorten Balingen und Vöhringen. Beide Standorte blieben beibehalten, betont Sohn Florian Egermann (35). Als Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht wird er künftig gemeinsam mit Ralf Martin (ebenfalls 35) die Kanzlei führen.

Für Kurt Aicher und Rainer Egermann ein erster Schritt zurück, mehr Zeit für Privatleben, Musik, Sport, Garten – „zur rechten Zeit in junge Hände abgeben, kein einfacher Schritt in eigner Sache,“ obgleich sie ihre Mandanten schon so häufig dabei begleiteten.

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