Der „Müller“ muss bleiben

Friedrich Pommerencke fürchtet um Tailfinger Einzelhandelszukunft

Albstadt-Tailfingen, 08.09.2010 von Dagmar Stuhrmann

Wie kaum ein anderer hat Friedrich Pommerencke die Zukunft Tailfingens im Blick. Zur positiven Entwicklung gehört seiner Ansicht nach auch, dass „Magneten“ in Tailfingen bleiben bzw. expandieren können.

Der CDU-Stadtrat und frühere GHV-Vorsitzende ist ein Kenner der Tailfinger Gegebenheiten und Verfechter der Rolle, die die Talgangmetropole im Albstadt-Mosaik auch in Zukunft spielen soll. Vor dem Hintergrund der Frage, wie die künftige Entwicklung Tailfingens aussehen soll, steht für ihn fest: Tailfingen kann mit seinen Pfunden wuchern. Der Wochenmarkt, sagt er, sei ein blendendes Beispiel dafür, dass – albstadtweit gesehen – das, was den Bedürfnissen und Wünschen der Kunden entgegenkommt, von ihnen auch bereitwillig angenommen wird. „Der Tailfinger Wochenmarkt entwickelt sich seit 25 Jahren positiv,“ sagt Friedrich Pommerencke. Von den Marktbestückern höre er, dass zahlreiche Kunden aus ganz Albstadt freitags das Angebot in Tailfingen wahrnehmen. „Hier treffen sich die Albstädter und nehmen dafür auch Fahrtwege in Kauf.“

Die Entfernung lässt Pommerencke ohnehin nicht als Argument gelten, wenn es ums Einkaufen geht: „90 Prozent der Albstädter müssen sich eines Verkehrsmittels bedienen, um ihre Einkäufe zu erledigen.“ Genau das erlebe er aber auch nicht als Problem, sagt er. „Entlang der von mir so benannten 'Albstadt-Achse' Ebingen, Truchtelfingen, Tailfingen, Onstmettingen ist viel los, da bewegt sich was, viele Geschäfte haben sich hier angesiedelt.“ Albstadt wachse erfreulicherweise zusammen.

Mit Sorge blickt Friedrich Pommerencke dagegen immer noch – wie schon vor kurzem beim ZAK-Interview zum Thema „Chancen für Tailfingen“ – auf den „AC-Kaufpark“ mit seinen zahlreichen Leerständen. Es gelte nach wie vor, neben dem Wochenmarkt weitere Anziehungspunkte in Tailfingen zu schaffen bzw. zu sichern. In diesem Zusammenhang sieht Pommerencke auch seine Idee von einem großen „Müller-Markt“ im AC-Kaufpark. Der Drogeriemarkt, laut Pommerencke eine „wichtige Säule des Einzelhandels“, müsse in Tailfingen bleiben. Einen kleineren, viel frequentierten Müller-Markt gibt es in Tailfingen seit vielen Jahren. „Ich gehe davon aus, dass der Albstädter Wirtschaftsförderer die Kontakte pflegt und dem Müller-Markt, wenn er Ausbaupläne hat, entsprechende Angebote macht.“

Und zwar – das ist Pommerencke wichtig – in „einem ausgewogenen Verhältnis der Stadtteile zueinander“. Seiner Ansicht nach könne es nicht im Interesse Albstadts als Gesamtstadt sein, alle überregional attraktiven Läden in Ebingen zu zentralisieren. „Damit Albstadt funktioniert, braucht auch Tailfingen weiterhin Magneten.“ Ein Thema, das noch für Diskussionen sorgen könnte, nachdem offenbar inzwischen städtische Pläne, der Müller-Markt-Kette im Zuge eines weiteren „Stadthaus“-Neubaus einen zentralen Platz in der neu gestalteten Ebinger City anzubieten, immer konkreter zu werden scheinen.

Ein ganz wesentlicher Baustein einer positiven Albstadt-Zukunft ist für Pommerencke die Mehrgliedrigkeit. „Albstadt lebt von der Vielfalt der Stadtteile,“ sagt er. „Jetzt ist Tailfingen dran“ hat die Stadtverwaltung unlängst als Handlungsdevise ausgegeben – mit Blick, unter anderem, auf das Haka-Projekt, das nicht nur für die Wiederbelebung einer Industriebrache sorgen, sondern dem gesamten Stadtteil Impulse geben soll. „Das ist eine ganz tolle Sache,“ sagt Pommerencke. Der Bereich der technischen Textilien bietet seiner Meinung nach Riesenchancen für Albstadt: „Das muss man aber getrennt sehen von der Innenstadtentwicklung.“

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