Der Underdog jubelt
Fußball-Landesliga: Frommern besiegt Albstadt mit 1:0
Balingen, 02.09.2010 von Marcel Schlegel
In der ersten Hälfte spielte Frommern, in der zweiten nur der FC 07. Schon etwas stolz war da Fabio Gallinaro nach Spielende, als er – noch völlig außer Atem – den Erfolg seines TSV analysierte: „Wir haben versucht, die Albstädter mit einfachen Mitteln zu schlagen. Das ist uns gelungen.“ Sein Gegenüber Öner Topal zeigte sich hingegen angefressen: „Wir haben gewusst, dass Frommern mit weiten Bällen spielt.“ Am Ende half den Blau-Weißen alle Theorie nichts. „Der Ball wollte in der zweiten Hälfte einfach nicht rein“, wusste Topal.
Beide Teams begannen nervös. Und nach vier Minuten machte sich die Verunsicherung erstmals bemerkbar, als 07-Keeper Andreas Neher eine Freistoß-Flanke der Gastgeber nicht festhalten konnte und Savas Yesilelma das Leder zur Ecke klärte – aber wie: Beinahe unbedrängt zielte er nur knapp am eigenen Tor vorbei. Doch auch vor der Gegenseite machte die Nervosität nicht Halt. Doch weder Serach von Nordheim noch Timo Sauter zeigten sich im kaltschnäuzig genug (7.).
Albstadt versuchte das Spiel an sich zu reißen, die Hausherren rackerten und boten dem Favoriten mit viel Einsatz Paroli. Und immer wieder profitierte die Gallinaro-Elf von Schnitzern der blau-weißen Defensive. So auch nach zehn Minuten, als Ivan Jelas als letzter Albstädter am Ball vorbeischlug, Frommerns Angreifer Ali Tzeichoun allein auf Neher zueilend aber den Keeper anschoss – das hätte die TSV-Führung sein können, sein müssen.
Die Blau-Weißen übernahmen nun das Ruder – doch immer wieder passierten der Topal-Elf Fehler im Spielaufbau. Nach 28 Minuten schockte der Außenseiter den FCA endgültig. Gallinaros Freistoß vollendete Salih Gencer aus elf Metern per Kopf zum 1:0, wieder sah Neher, der aus seinem Kasten eilte, aber den Ball unterlief, nicht gut aus. Nun war Frommern im Spiel und näher am 2:0 dran, als Albstadt am Ausgleich. Der starke Cornelius Teufel bediente Joso Zupan von rechts scharf, der nur um Haaresbreite vorbeizielte (38.) – die Riesenchance zum 2:0, stattdessen ging’s mit 1:0 in die Kabine.
Und wie verwandelt präsentierten sich die Albstädter in der zweiten Halbzeit. Der FCA nagelte die Hausherren in der eigenen Hälfte fest und kam zu Chancen im Minutentakt – doch vergab sie. Zunächst parierte Göktas einen Dicklhuber-Hammer (45.), nur 180 Sekunden später war es erneut „Dickl“, der aus spitzem Winkel an den Pfosten zirkelte (48.). Und auch Yesilelma, der nach einem abgefälschten Essigbeck-Volley plötzlich allein vor Göktas stand, verfehlte den Ausgleich (49.).
Die Frommerner bettelten um ein Gegentor – und das Derby nahm Fahrt auf. Die Albstädter setzten die Gallinaro-Defensive nun ohne Unterhalt unter Druck, welche nach wie vor rackerte, doch nach vorne nur wenig Entlastung erfuhr. Dennoch: Die Torversuche der Gäste wurde in der Folge immer ungefährlicher – und beinahe hätte Martin Graef in der 70. Minute für die Entscheidung gesorgt, doch der wuselige Frommern-Stürmer vergab einen von ihm selbst eingeleiteten Konter aus nächste Tornähe. Das Spiel blieb dramatisch, die Albstädter drückten – am Ende vergeblich.
Gallinaro urteilte treffend: „Wir hätten in der ersten Hälfte den zweiten Treffer machen müssen. Ein Remis wäre aufgrund der starken zweiten Albstädter Hälfte vielleicht gerecht gewesen.“
So spielten beide Teams
TSV Frommern: Göktas; Teufel, Yilmaz, Wahl, Stecher, Gencer, F. Gallinaro, Graef, Tzeichoun (63. Erdogan, 82. Kreidler), Wingert, Zupan (58. Neutzer).
FC 07 Albstadt: Neher; Korkut (81. Bach), Jelas, Yesilelma, Essigbeck (61. Frey), Sauter (55. Haug), Mauthe, von Nordheim, Dicklhuber, Spohn, Fiorenza.
