Meister deklassiert Neuling

Handball-Bundesliga: Kiel fegt „Eulen“ von der Platte – Hamburg patzt

Balingen, 31.08.2010 von Marcus Arndt

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Göppingen sorgte am ersten Spieltag der Handball-Bundesliga für eine kleine Sensation. Der Altmeister entzauberte Titelaspirant Hamburg. Mehr Mühen als erwartet hatten die Löwen in Balingen.

Vier Tage nach dem Supercup-Gewinn in München hat Vizemeister HSV Hamburg den Start in die neue Bundesliga-Saison verpatzt. Bei Frisch Auf Göppingen unterlagen die Hanseaten mit 30:32 – und schon wird über die Zukunft von Trainer Martin Schwalb, der ab der kommenden Runde die Geschäfte der Hamburger führen soll, heftig spekuliert. Doch zurück zum Spiel! „Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele einfache Tore zugelassen und zu viele Eins-gegen-Eins-Situationen verloren“, analysierte der frühere Nationalspieler und fügte hinzu: „Nach der Pause haben wir uns dann die Chance erarbeitet und sind zum Ausgleich gekommen. Diese Möglichkeit haben wir aber letztlich nicht genutzt. In der Schlussphase kamen dann noch ein, zwei blöde Tore hinzu, das war's dann.“ Während die Norddeutschen in einer gewohnt hitzigen Atmosphäre unter dem Hohenstaufen Nerven zeigten, wiederholte Frisch Auf den Vorjahreserfolg über den Kiel-Jäger.

Während der HSV patzte, lösten die Zebras ihre Pflichtaufgabe gegen die TSG Friesenheim souverän. Mit 37:19 fertigte der Rekordmeister den Branchenneuling aus Ludwigshafen ab. „Es war von vornherein eine klare Sache“, meinte „Eulen“-Kommandogeber Thomas König, „aber trotzdem ein Kompliment an die eigene Mannschaft. Ich denke, wir haben uns in der ersten Halbzeit hier sehr gut verkauft.“ In der Anfangsviertelstunde taten sich Zebras sehr schwer, zogen jedoch zur Pause auf sechs Tore davon – und gewannen am Ende souverän. „Ich bin natürlich zufrieden, dass wir das erste Spiel gewonnen haben“, erklärte THW-Trainer Alfred Gislason, dem die Anlaufschwierigkeiten natürlich nicht entgangen sind: „Wir haben, aus meiner Sicht, etwas drucklos gespielt und man hat gemerkt, dass einige Spieler noch etwas müde sind.“

Schwer taten sich auch die Rhein-Neckar Löwen im baden-württembergischen Derby beim HBW Balingen-Weilstetten. Mit 31:30 setzten sich die Kurpfälzer in SparkassenArena knapp durch. Bereits heute ist die Truppe von Ola Lindgren erneut voll gefordert: gegen Frisch Auf. „Natürlich wollen wir uns gleich beim ersten Heimspiel den entsprechenden Respekt verschaffen und bauen dabei auch auf die Zuschauer, unseren achten Mann“, blickte der Löwen-Dompteur voraus. Für Mannheims Manager Thorsten Storm gehört Göppingen – nicht erst seit dem Sieg über Hamburg – unter die ersten fünf Mannschaften in der Bundesliga: „Der Verein hat sich aus meiner Sicht hervorragend entwickelt. Dort macht man gute Arbeit.“ Dennoch ist die Vorgabe klar. „Zuhause müssen die Zähler auf der Habenseite gebucht werden“, betonte Storm.

Die ersten beiden Pluspunkte verbuchten auch die SG Flensburg-Handewitt (29:28 in Wetzlar), die Füchse Berlin (26:18 in Hannover), der TV Großwallstadt (32:29 in Ahlen) sowie der VfL Gummersbach. Im Duell der Europapokalsieger triumphierte der Altmeister beim TBV Lemgo mit 31:30. Für die Vorentscheidung sorgte der starke Adrian Pfahl mit seinem achten Treffer zum 31:30 40 Sekunden vor Spielende. Die Entscheidung lag allerdings in den Händen von VfL-Keeper Vjenceslav Somic, der den letzten Wurf von Avishay Smoler parierte. „Von wegen, der VfL kommt ohne Goran Stojanovic und ist schwer geschwächt“, merkte TBV-Coach Volker Mudrow süffisant an: „Somic war der beste Mann auf dem Platz!“

 

„Meine Mannschaft hat über 60 Minuten gekämpft und alles reingelegt.“

Velimir Petkovic (Göppingen) zum Sieg über Hamburg.

 

„Das ist eine sehr, sehr gute Ausgangsposition für die kommenden Spiele.“

Sead Hasanefendic (Gummersbach) nach dem Erfolg in Lemgo.

 

„Wenn man Friesenheim nach der ersten Halbzeit beurteilt, denke ich, dass sie ganz sicher nicht absteigen werden.“

Alfred Gislason (Kiel) über den Aufsteiger.

 

„Nach der Pause sind wir etwas träge reingekommen und haben es dem THW daher etwas leicht gemacht, schnell davonzuziehen.“

Thomas König (Friesenheim) zum Spiel in Kiel.

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