„Blöde Dinger“ sorgen für Déjà-vu-Erlebnis

Handball-Bundesliga: Knappe Niederlage erinnert Benjamin Herth an die Vorsaison

Balingen, 30.08.2010

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Zwei polnische Löwen haben den HBW-Füchsen die Punkte geklaut. Torhüter Slawomir Szmal und Rückraumschütze Grzegorz Tkaczyk waren die Garanten des 31:30-Siegs der Mannheimer.

2150 Zuschauer wollten in der SparkassenArena das erste Spiel ihrer Mannschaft in der fünften Bundesliga-Saison sehen. Ihr Kommen haben sie nicht bereut. Nach dem Abpfiff spendeten sie ihren Helden, die so unglücklich verloren haben, stehende Ovationen. Zwar war in der ersten Halbzeit vieles Stückwerk – vor allem die Übergänge im Rückraum klappten nicht, zeitweise lag das Team mit fünf Toren zurück. Aber nach der Pause legten sich die Schwaben voll ins Zeug, packten die HBW-Tugenden Einsatz und Kampfgeist aus und brachten den Favoriten ins Wanken. Genau das war es, was die Zuschauer sehen wollten – und mit ihrem Applaus honorierten.

Die Gäste jedenfalls waren heilfroh den Sieg gerade noch so über die Zeit gebracht zu haben. „Ich bin unheimlich erleichtert, dass wir gewonnen haben“, gestand Löwen-Kreisläufer Oliver Roggisch. Eine Mannschaft zu bezwingen, die Kiel besiegt habe, sei nie eine einfache Sache. Seinem Team bescheinigte der angeschlagene Abwehrspezialist eine ausgezeichnete Leistung. Weil die Deckung mit Börge Lund und Bjarte Myrhol sehr gut funktioniert habe, sei es nicht notwendig geworden, dass er für lange Zeit auf der Platte habe stehen müssen. Äußerst zufrieden mit dem Auftritt seines Teams war auch der sechsfache Torschütze Uwe Gensheimer. Die Deckung habe sehr gut gearbeitet und die Torhüter hätten exzellent gehalten – alleine Szmal parierte in den ersten 30 Minuten 13 Bälle. Leider seien einige Abpraller beim Gegner gelandet, sonst wäre das Ergebnis deutlicher gewesen: „Wir hätten das Spiel schon in der ersten Halbzeit entscheiden müssen.“ So aber sei es eine Hängepartie geworden, geprägt von Härte und Kampf. „Ich bin sehr froh, dass wir gewonnen haben“, sagte der Nationalspieler. Die Mannschaftsleistung sei bereits sehr gut gewesen, „aber es geht bestimmt auch noch besser.“

Nach elfjähriger Abstinenz ist der Franzose Johan Boisedu in die Bundesliga zurückgekehrt: „Ein tolles Gefühl“, strahlte der 30-jährige HBW-Neuzugang. Er sei total fasziniert von der Atmosphäre in Balingen: „Von so einer Kulisse träumt jeder Profi.“ Aufgeregt und angespannt sei er gewesen vor der Partie. Erst allmählich habe sich seine Nervosität gelegt und er habe zu seinem Spiel gefunden. Dass er einige Tore erzielt habe, sei wichtig für sein Selbstvertrauen. Fünfmal netzte er spektakulär ein, was ein Lächeln auf die Lippen seines Trainers zauberte: „Johan ist einer, der auch für die Tribüne spielt.“

Von einer ganz bitteren Niederlage sprach HBW-Mannschaftskapitän Wolfgang Strobel, der ein tolles Spiel gemacht hat: „Wir haben uns in der ersten Halbzeit zu viele einfache Fehler geleistet und sind immer einem Rückstand hinterher gelaufen. Gegen eine so gute Mannschaft ist es schwierig das Spiel noch einmal zu drehen.“ Letztlich habe Tkaczyk in den letzten Minuten das Spiel an sich gerissen und mit seinen Toren entschieden.

Ein Déjà-vu-Erlebnis hatte HBW-Regisseur Benjamin Herth, der nach verhaltener erster Halbzeit doch noch aufdrehte: „Die Situation, ganz knapp zu verlieren, kenne ich aus der vergangenen Saison.“ In den ersten 30 Minuten sei die Mannschaft unter ihren Möglichkeiten geblieben, habe nach der Pause aber gezeigt, wozu sie in der Lage sei: „Wir haben bewiesen, dass wir mithalten können.“ Jetzt gelte es, vermeidbare Fehler abzustellen: „Bei nur einem Tor Unterschied sind so blöde Dinger doppelt bitter.

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